11. April 2019

EON Aktie - Chart Kennzahlen Geschichte

Mit dem Kauf einer Aktie von E.ON beteiligt man sich an einem deutschen Energiekonzern.


EON - Aktienchart

EON - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

Vorgeschichte

1923 Gründung der Vereinigte Industrie-Unternehmungen Aktiengesellschaft (VIAG) 

durch das Deutsche Reich.  

1929 Gründung der Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerk AG (VEBA) 

durch den Freistaat Preußen. 1965 Teilprivatisierung von VEBA durch Börsengang („erste Volksaktie“): Bundesrepublik Deutschland blieb Minderheitsaktionär (25%iger Anteil). 1983 und 1987 Restprivatisierung der VEBA durch Börsengänge. 1986 und 1988 Komplette Privatisierung der VIAG durch Börsengänge.

Geschichte

1999-2000 Entstehen von E.ON 

(das damals drittgrößte Industrieunternehmen Deutschlands) 

durch Fusion von VEBA und VIAG 

war die bis dahin größte der deutschen Wirtschaftsgeschichte. 
Ulrich Hartmann ist Vorstandsvorsitzender (bis 2003): Konzentration des Mischkonzerns auf Energie, Spezialchemie (Degussa u.a.), Telekommunikation sowie Immobilienmanagement führte zu Verkäufen von Beteiligungen an Viag Interkom (Mobilfunk) ), One (Mobilfunk) sowie Aufgabe der Geschäftszweige Mobilfunk, Aluminium, Distribution, Logistik, Verpackungen u.a. 2001-2003 Letztliche 

Übernahme von Ruhrgas 

(mit Auflagen): Größter deutscher Gasversorgungskonzern (60%iger Marktanteil) sowie damit 6,5%ige Beteiligung an Gazprom (größte halbstaatliche Gasunternehmen in Russland). 
2003-2010 Wulf Bernotat ist Vorstandsvorsitzender: Konzentration auf das Strom- und Gasgeschäft führte zu Verkäufen von Beteiligungen (Gelsenwasser u.a.) bei gleichzeitigen Käufen zahlreicher privatisierter Energieversorgungsunternehmen in Osteuropa. 

2003-2004 Verkauf von Degussa (Chemie) 

an RAG (als Auflage) nach vorheriger Übernahme der Ruhrgas-Anteile. 2005 Verkauf von Ruhrgas Industries (Messtechnik) und Viterra (Immobilien). Käufe von Powergen und Midlands Electricity (Großbritannien). 25%ige Beteiligung (minus 1 Aktie) an Yushno Russkoje (Erdgasfeld, Sibirien). 

Vertrag zum Bau der umstrittenen Ostseepipeline 

zusammen mit BASF. Gescheiterte Käufe von Scottish Power und Edison. 2006-2007 Gescheiterte Übernahme der Endesa (Energieversorgung; Spanien) führte letztlich zu Beteiligungen an Energieversorgungsunternehmen im Wert von etwa 10 Milliarden Euro in Spanien, Italien, Frankreich, Polen und der Türkei. 2007-2010 

Investitionsprogramm von rund 60 Mrd. Euro 

führte zum Einstieg in neue Märkte, Kraftwerksinfrastruktur und erneuerbare Energien sowie Naturgas. 
2009 Marktbeherrschung der vier Konzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall in Deutschland war seit Jahren wettbewerbsrechtlich bedenklich 

und führte u.a. zu den E.ON-Verkäufen von Thüga und etwa 4.800 Megawatt (MW) Kraftwerksleistung in Deutschland sowie des deutschen Höchstspannungsnetzes (an Tennet). Geldbuße von 553 Millionen Euro durch die EU-Kommission wegen Marktabsprachen gegen GDF Suez und E.ON (Absenkung auf 320 Millionen Euro in 2012). 

2010 Laufzeitverlängerung für die damals 17 deutschen Kernreaktoren durch die Bundesregierung. 

Seit 2010 Johannes Teyssen ist Vorstandsvorsitzender 

und verfolgt umfassende Strategie: Fokus auf Cleaner & Better Energy, verstärkte Investitionen außerhalb Europas, stärkere Reduktion der CO2-Emissionen sowie der Abbau der Finanzschulden. 

2011 Radikale Abkehr der bisherigen Atompolitik 

durch Beschluss des Atomausstiegs nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Fertigstellung der Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee zusammen mit Gazprom und BASF
Aberkennung der Betriebserlaubnis für die sieben ältesten Atomkraftwerke sowie den Krümmel-Reaktor führte zu einer Verfassungsbeschwerde. 

2011-2013 Schuldenabbau 

durch Stellenabbau von etwa 11.000 Beschäftigten, Standortschließungen sowie zahlreichen Verkäufen von Beteiligungen wie u.a. 3,5%ige Beteiligung an Gazprom (für 3,4 Milliarden Euro), Open Grid Europe (für 3,2 Milliarden Euro) sowie Central Networks (für 4,7 Milliarden Euro). 2011-2016 Scheitern von Schadensersatz- und Verfassungsklagen von E.ON, RWE und Vattenfall gegen die Bundesregierung. 

2014-2016 Bildung von Uniper zur Abspaltung fossiler Energien und Kernenergie u.a. 

mit E.ON RussiaNord-Stream-Pipeline (Beteiligung) und Eneva (Brasilien) sowie 14,6 Milliarden Euro an Rückstellungen für den Rückbau von stillgelegten Kernkraftwerken: Konzentration der „alten“ EON auf erneuerbare Energien und das Netzgeschäft sowie dem Türkeigeschäft. 

2014 Ausweis eines Verlusts von 3,16 Milliarden Euro (größter Verlust der Unternehmensgeschichte). 

2016 Börsengang von Uniper. 
Anerkennung einer angemessenen Entschädigung für E.ON, RWE und Vattenfall für das Abstellen der Atomkraftwerke in 2011 durch das Bundesverfassungsgericht. 2017 Verkauf des verbliebenden 46,65%igen Uniper-Anteils an Fortum

2018-2019 Geplante Übernahme von Innogy (RWE-Tochter). 

2019 40.000 Beschäftigte. Gliederung in 5 Globale Einheiten: Erneuerbare Energien, Erzeugung, Exploration & Produktion, Technologien und Globaler Handel.  


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Prof. Claudia Kemfert zu RWE und EON am 13.03.18
Die Aufteilung von Geschäftsfeldern zwischen den Energiekonzernen RWE und EON.