11. April 2019

Deutsche Bank Aktie - Unentbehrliche Fakten

Die Aktie der Deutschen Bank ist eine Beteiligung an das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands.

Deutsche Bank - Aktienchart

Deutsche Bank - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

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Die Akte Deutsche Bank: Geschichte, Skandale, Zukunft
Geschichte

1870 9. April: Gründung in Berlin: Maßgebliche Initiative durch Adelbert Delbrück und Ludwig Bamberger. 

Geschäft bestand u.a. in der Verwaltung von zunehmenden Depositenbeständen (Sparguthaben; in Konkurrenz zu den Sparkassen).

1871 Beginn der internationalen Expansion: 

Gründung der German Bank of London in Großbritannien. 1872 Eröffnung von Filialen in Shanghai und Yokohama. 1872-1882 Beteiligungen in Paris und New York City. 1875 Schließung der asiatischen Filialen. 1879 Verkauf der German Bank of London mit Verlust. 1880er Jahre 

Aufbau von Industriebeteiligungen 

durch Großkunden wie Bayer, BASF, AEG und Siemens & Halske.  1886 Gründung der Deutschen Übersee-Bank zur Erschließung des südamerikanischen Marktes. 1888 Finanzierung der Bagdadbahn. 1889 Beteiligung an der Deutsch-Asiatischen Bank. 
1890er Jahre Rasantes Wachstum im Überseegeschäft. Generelle Konzentration auf Außenhandelsfinanzierung, Industriefinanzierung und die Abwicklung von Emissionen. 1900-1914 Unternehmensfinanzierungen in der Kohle- und Stahlindustrie durch Vorstand Carl Klönne. Ausbau des Filialnetzes, Kooperationen und kapitalmäßige Verflechtung mit Regionalbanken. 1914-1929 Entstehen der 

größten Universalbank der Welt 

unter eigenem Namen durch Fusionen mit der Bergisch-Märkischen Bank, der Norddeutschen Creditanstalt und dem Schlesischen Bankverein. 1917 Mitgründer der Universum-Film-Aktiengesellschaft UFA. 1918 

Kein Zugang mehr zu großen internationalen Geschäften aufgrund der deutschen Niederlage im ersten Weltkrieg. 

1920er Jahre Expansion im Inland durch Fusionen, Übernahmen oder Aktientausch der Hannoverschen Bank, Braunschweiger Privatbank, Privatbank zu Gotha, Elberfelder Bankverein, Pfälzischen Bank (Ludwigshafen am Rhein) in Bayern und Frankfurt, Württembergische Vereinsbank, Essener Credit-Anstalt, Siegener Bank, Lübecker Privatbank, Hildesheimer Bank und Osnabrücker Bank.
Deutsche Großunternehmen entwickelten eigene Fähigkeiten bei internationaler Kapitalbeschaffung, Begebung von Auslandsanleihen sowie eigener Bankaktivitäten. 

1923 Hyperinflation durch die Last der Reparationen. 

1929 Fusion mit Disconto zur Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft („DeDiBank“) mit 289 Niederlassungen. 

1931 Gutes Überstehen der Bankenkrise 

aufgrund der durch die Fusion verbesserten Kostenstruktur. 1933-1945 Beteiligung an „Arisierungen“ im Nazideutschland, 

Finanzierung des KZ Auschwitz 

sowie Gewinne mit NS-Goldtransaktionen. Gewinnträchtiges Provisionsgeschäft für die Vermittlung von zu verkaufenden Vermögenswerten half der nationalsozialistischen Diktatur bei der Umsetzung ihrer rassistischen Ziele.
Andererseits:

Hilfen für die jüdischen Vorbesitzer in einigen Fällen 

durch die Deutsche Bank zur Bewahrung wenigstens eines Teil ihres Vermögens (spätere ausdrückliche Würdigung). Nach dem Zweiten Weltkrieg Keine Anklage in Kriegsverbrecherprozessen. 

Enteignung sowie Zerschlagung 

und Dezentralisation des Bankengeflechts. 1948 Beginn der Tätigkeit der Deutschen Bank mit zehn kleineren Regionalbanken. 1950er Jahre Exportboom, „Wirtschaftswunder“. 1952 Allgemeine Großbankengesetz führte zur Ablösung der zehn Regionalbanken durch drei Nachfolgebanken: Norddeutsche Bank,  Süddeutsche Bank und Rheinisch-Westfälische Bank. 1956 Gründung der Deutschen Gesellschaft für Wertpapiersparen (DWS). 

1957 Gründung der Deutschen Bank mit Vorstandssprecher Hermann Abs. 

1960er Jahre Kritik an den großen Beteiligungsportfeuilles der Banken und der damit verbundenen Bankenmacht.  Ab 1960er Jahre Retailgeschäft mit Standardprodukten: Persönliche Klein-Kredit, Darlehen für jedermann, Persönliche Anschaffungs-Darlehen und Persönliche Hypotheken-Darlehen. 1970-1990 

Systematische Veräußerung einer Vielzahl von Beteiligungen: 

Stollwerck, Augsburger Kammgarn Spinnerei, Hoffmann’s Stärkefabriken, Maschinenfabrik Moenus, Schuhfabrik Manz, Bayerische Elektrizitätswerke, Continental, Phoenix, Pittler, Hapag-Lloyd, Bergmann-Elektrizitätswerke, Hutschenreuther und Didier-Werke. 1990 Übernahme des Filialnetzes der Staatsbank der DDR. 1992 

Kauf von Morgan Greenfall.

1995-1999 Ausgliederung des Breitengeschäfts in die Bank 24.
1999 Übernahme von Bankers Trust. 2005 Aufhebung der äußerlichen Trennung des Massengeschäfts. 2006 Erweiterung des Privatkundengeschäfts mit den Käufen der Berliner Bank und norisbank. 2007 Kauf von Abbey Life (Lebensversicherung). 2007-2008 Erhebliche Verringerung der Schäden während der folgenden Finanzkrise durch

Veräußerung eines Teils der gefährdeten Subprime Anleihen an die IKB.

2008 Größter Devisenhändler der Welt (Marktanteil: 21 Prozent). 2008-2009 Finanzkrise durch Kollaps des US-Häusermarktes. 2009 

Staatshilfen der US-Regierung an den angeschlagenen Versicherer AIG führen zu einem Cashzufluss von 11,8 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) 

zur Begleichung von Verbindlichkeiten an die Deutsche Bank. Absicherung von Verbindlichkeiten in Höhe von weiteren 1,8 Milliarden Euro durch die stattliche Rettung der Hypo Real Estate. Übernahme von Sal. Oppenheim. 

2010 Mehrheitsübernahme der Deutschen Postbank. 

Einstellung eines US-Ermittlungsverfahrens wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen Strafgeld.

Buchempfehlung
An kaum einem Unternehmen läßt sich das Zusammenwirken von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat so gut aufzeigen wie an der Deutschen Bank.
Deutsche Bank 1870-1995. 125 Jahre Deutsche Wirtschafts- und Finanzgeschichte.

2011 Führende Verantwortlichkeit der Deutschen Bank  - zusammen mit Goldman Sachs und den Ratingagenturen – für die Finanzkrise (laut Untersuchungsausschuss des US-Senats). 

Prozess wegen betrügerischer Erschleichung staatlicher Garantieleistungen in New York: Einstellung gegen Vergleichszahlung von 202 Millionen US-Dollar. 

Anerkennung als „systemisch bedeutsames Finanzinstitut“. 

2012 Vorstandsvorsitzende: Anshu Jain und Jürgen Fitschen. 2013 Marktanteil von etwa 10 Prozent im Devisenhandel. Mängelbericht der amerikanische Notenbank Fed bezüglich der Finanzberichterstattung des Amerika-Geschäftes. 

2015 Strafzahlung von 2,5 Milliarden Euro wegen weiterer Vergehen an amerikanische und britische Behörden. 

2016 Einstufung als Bank mit dem weltweit höchsten Systemrisiko aufgrund von Derivaten in Höhe von 50 Billionen Euro.

Konkursrisiko der Deutschen Bank durch Forderung einer Strafzahlung von 14 Milliarden US-Dollar (12,5 Milliarden Euro) durch das US-Justizministerium

wegen Hypothekengeschäften: Dementi eines Hilfeersuchens bei der Bundesregierung. 
2017 Strafe von 630 Millionen Euro durch die britische FCA und das amerikanische DFS im Zusammenhang mit Geldwäschevorwürfen. 

Endgültiger Vergleich mit dem US-Justizministerium über 7,2 Milliarden Dollar (rund 6,7 Mrd. Euro) 

für illegales Gebaren und verantwortungslose Kreditvergabepraktiken und als Wiedergutmachung für geschädigte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden. Einstieg in Mobile Payment: Bezahlung per Smartphone. Erlös aus Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro. 2018 Kooperation mit Apple Pay. 

2019 Klage von Warburg gegen die Deutsche Bank wegen pflichtwidriger Cum-Ex-Geschäfte. 

Angedachter Zusammenschluss mit der Commerzbank.

2019

Tätigkeit als Universalbank (97.000 Mitarbeiter) mit einer bedeutenden weltweiten Position im Investment Banking und Privatkundengeschäft.

Das Investmentbanking

umfasst die Emission von Aktien, Anleihen und Zertifikaten. Unternehmensbereiche sind Global Markets (institutionelle Kunden im Anleihe- und Wertpapiergeschäft), Corporate Finance (Sonderfinanzierungen im Firmenkundengeschäft wie Unternehmenserwerbe und Börsengänge) und Transaction Banking (Bereitstellung von Systemen und Ressourcen zur Geschäftsabwicklung). Bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur, Hongkong und Sydney.

Das Privatkundengeschäft

umfasst das Asset & Wealth Management (für vermögende Kunden) und Private & Business Clients (Standardgeschäft mit Privatkunden sowie kleineren und mittleren Unternehmen). Europaweit ist die DWS-Gruppe beim Asset & Wealth Management mit mehr als 150 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen eine der führenden Publikumsfonds-Gesellschaften. Marktanteil von etwa 15 Prozent beim Privatkundengeschäft in Deutschland.

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