11. April 2019

Commerzbank Aktie - alle wesentlichen Informationen

Mit dem Kauf von Aktien der Commerzbank sichert man sich eine Beteiligung an einer der größten deutschen Kreditinstitute.

Commerzbank - Aktienchart

Commerzbank - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

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Gut recherchiert - hoher Detailgrad - gute Gliederung.

Die Bank - Dienstleister im Wandel. 125 Jahre Commerzbank 1870-1995
Geschichte

1870 26. Februar: Gründung der Commerz- und Disconto-Bank 

in Hamburg durch Kaufleute, Merchantbanker und Privatbankiers wie u.a. Conrad Hinrich Donner, Carl Geo. Heise, Hesse Newman & Co., Lieben Königswarter, Emile Nölting & Co., Wm. O’Swald, M. M. Warburg & Co., Theodor Wille, C. Woermann, Mendelssohn & Co., B. H. Goldschmidt und L. E. Amsinck & Co. 1871 Mitfinanzierung der Gründung der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft („Hamburg-Süd“). 

1873-1914 Mehrheitsbeteiligung an der London and Hanseatic Bank 

in London. 1878 Beginn als Emissionshaus durch Platzierung der 5%igen Göteborger Stadtanleihe. 1881 10%ige Beteiligung an der Nationalbank für Deutschland. 1894 Beteiligung an der Gründung der Hamburgischen Electricitäts-Werke. 
1897 Kauf von J. Dreyfus & Co (Bank). 1899 Eröffnung der ersten Depositenkasse in Berlin: Verwaltung von Sparguthaben in Konkurrenz u.a. zu den Sparkassen und der Deutschen Bank. Seit etwa 1900 Verlagerung der Geschäftstätigkeit nach Berlin. 

1905 Kauf der Berliner Bank. 

1905-1914 Anwachsen der Depositenkassen nur in Berlin auf 44. 1917-1923 Übernahme von rund 40 Bankinstituten (Hessische Bankverein u.a.) sowie zahlreiche Filialgründungen, u. a. in Bremen, Danzig, Dortmund, Essen, Frankfurt am Main, Köln und München. 

1920 Fusion mit der Mitteldeutschen Privat-Bank 

in Magdeburg: Zahl der Geschäftsstellen steigt von etwa 190 auf 284 sowie Änderung des Namens in Commerz- und Privat-Bank. 
1923 Beteiligungen an der N.V. Hugo Kaufmann (Bank, Amsterdam) sowie an der Rigaer Internationalen Bank in Riga. 

1924 Eröffnung einer Goldmark-Eröffnungsbilanz nach Überwindung der Hyperinflation. 

1927 Einrichtung einer Vertretung in New York. 1928 Gründung der General Mortgage and Credit Corporation in New York – zusammen mit der Chase Securities Corporation und dem Bankhaus Halsey, Stuart & Co. – für Kreditvergaben an mittelgroße deutsche Unternehmen in den USA. 

1929 Fusion mit der Mitteldeutschen Creditbank. 

1931-1932 Bankenkrise in Deutschland 

durch Zusammenbruch der Danat-Bank (Darmstädter und Nationalbank, zweitgrößte Bank Deutschlands) führt zur Fusion von Danat-Bank mit der Dresdner Bank sowie dem Zusammenschluss von Commerz- und Privat-Bank mit dem Barmer Bank-Verein. Die Aktienmehrheit an der daraus entstandenen Commerz- und Privat-Bank lag durch Kapitalerhöhung beim Deutschen Reich und der Reichsbank

1933-1938 Beteiligung an „Arisierungen“ im Nazideutschland durch Entlassung aller jüdischen Mitarbeiter. 

1937 Rückführung der verstaatlichten Aktien an private Anteilseigner
1940 Umbenennung der „Commerz- und Privat-Bank“ in Commerzbank (359 Filialen). 

1939-1945 Aktive Betreibung von Provisionsgeschäften bei der Vermittlung von zu verkaufenden Vermögenswerten vertriebener bzw. ermordeter Juden während des Holocausts 

und damit Unterstützung der nationalsozialistischen Diktatur bei der Umsetzung ihrer rassistischen Ziele.

Expansion mit Hilfe der nationalsozialistischen Diktatur 

in besetzten Ländern während des Zweiten Weltkriegs durch Gründung eigener Filialen (Tschechoslowakei, Österreich, Polen u.a.), Übernahme von Banken (Rijnsche Handelsmaatschappij in den Niederlanden, jüdische Bank Hugo Kaufmann & Co’s, Bankhaus Hašek & Co. in Prag in 1943/1944) sowie Neugründung von Banken (Hansabank AG in Riga und Reval in 1941 sowie Hansabank N.V. – Banque Hanséatique S.A. in Brüssel in 1942). 1942-1944 Zusammenlegung der Filialen auf Anweisung der Reichsbank führt zur Verminderung der Niederlassungen auf 260. 1945 Verlegung der Hauptverwaltung nach Hamburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg 

Keine Anklage in Kriegsverbrecherprozessen. Entschädigungslose Enteignung der 93 Geschäftsstellen in Ost-Berlin 

und in der sowjetischen Besatzungszone. 1947-1948 Zerschlagung und Dezentralisation des Bankengeflechts führt - anstelle der früheren Commerzbank - zu 9 Filialgruppen ohne klaren Rechtsstatus unter Aufsicht von Verwaltern. 
1950er Jahre Exportboom, „Wirtschaftswunder“. 1951 Beteiligung an der ADIG (Investments). 1952 „Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten“ erlaubt die 

Ausgründung von drei Nachfolgeinstituten: 

Bankverein Westdeutschland (ab 1956 Commerzbank-Bankverein), Commerz- und Disconto-Bank und Commerz- und Credit-Bank. 1952-1955 Entstehen erster Auslandsvertretungen in Amsterdam, Madrid und Rio de Janeiro. 

1958 Vereinigung der drei Nachfolgeinstitute wieder zur Commerzbank. 

Ab 1960er Jahre Retailgeschäft mit Standardprodukten: 

Persönliche Klein-Kredit, Darlehen für jedermann, Persönliche Anschaffungs-Darlehen und Persönliche Hypotheken-Darlehen. Beginn der Internationalisierung überwiegend durch Minderheitsbeteiligungen. 1965 Betreuung von über 1 Million Kunden. 1968 Einführung einer Kreditkarte. 1969 Gründungen der Commerz- und Industrie-Leasing (CIL) und der Commerzbank Fonds-Verwaltungsgesellschaft (Cofo). 1970-1971 Mehrheitsbeteiligungen an der Rheinischen Hypothekenbank und Westdeutschen Bodenkreditanstalt. Filiale in New York. 

1972 Betreuung von über 2 Million Kunden. 

1975 Eröffnung des bankeigenen Fortbildungszentrums in Glashütten im Taunus. 1977 Werbeslogan „Commerzbank. Die Bank an Ihrer Seite“. 1981 Inbetriebnahme der ersten Geldautomaten (in Berlin). 1988 Aufbau eines Allfinanzverbundes mit der 40%igen Beteiligung an der Leonberger Bausparkasse. Gründung der ADIG-Investment Luxemburg mit 37,5%iger Beteiligung. 
1989 Betreuung von über 3 Million Kunden. 1994 Gründung der comdirect (Direktbank). 2000 Beginn der Vermittlungstätigkeit von Versicherungsprodukten der Volksfürsorge. 

2003 Abschreibungen auf Wertpapiere und Beteiligungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro 

führte zur Kapitalerhöhung. 2004-2006 Übernahme der SchmidtBank. 2005 Zweitgrößtes Kreditinstitut in Deutschland nach der Übernahme der Eurohypo. 

2008-2009 Kauf der Dresdner Bank 

von der Allianz für 5,5 Milliarden Euro. Dafür: Verkauf der cominvest an die Allianz. 2008-2009 Erhöhte Kreditrisiken aus der Bankenkrise sowie die von der Bundesregierung gewünschte Beibehaltung der Übernahme der Dresdner Bank führte zur Inanspruchnahme des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zum Erhalt von 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen mit 9%iger Verzinsung und zur 

Teilverstaatlichung 

(Beteiligung der SoFFin von 25 Prozent + 1 Aktie für 1,8 Milliarden Euro und zusätzliche Bereitstellung weiterer stiller Einlagen von 8,2 Milliarden Euro). 

2009 Bildung einer internen Bad Bank 

(PRU: Portfolio Restructure Unit) zur Auslagerung schlechter Wertpapiere von Commerzbank: 15,5 Milliarden Euro, Dresdner Bank: 39,9 Milliarden Euro). 
2009-2011 Reduzierung der schlechten Wertpapiere von etwa 56 auf 12 Milliarden Euro. 2013 Rückführung der SoFFin-Gelder durch Kapitalerhöhung: Beteiligung der SoFFin (bzw. der Bundesregierung) sinkt von 25 auf 17 Prozent. Verkauf des Depotbankgeschäfts für Fondsgesellschaften und institutionelle Investoren an BNP Paribas. 2013-2019 Abbau der Beteiligung der SoFFin (bzw. der Bundesregierung) von 17 auf 15 Prozent. 

2016 Viertgrößte Bank Deutschlands. 
Ermittlungen wegen pflichtwidriger Cum-Ex-Geschäfte. Vorstandsvorsitzender: Martin Zielke

2019 Angedachter Zusammenschluss mit der Deutschen Bank.

2019 Wichtigste inländische Beteiligungen sind die Comdirect Bank und die Commerz Real. Im Ausland gibt es sechs wesentliche Tochtergesellschaften, darunter insbesondere die polnische mBank.


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