11. April 2019

Allianz Aktie - alle wesentlichen Informationen

Mit Aktien der Allianz beteiligt sich der Anleger an einem der größten Versicherungskonzerne der Welt mit Sitz in Deutschland.

Allianz - Aktienchart

Allianz - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

Allianz - Dividende

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Die Allianz: Geschichte des Unternehmens 1890-2015 


Geschichte

1890 Gründung der Allianz Versicherung in Berlin 

durch Einzahlung des Aktienkapitals durch Bankhaus Merck Finck & Co, Deutsche Bank und Einzelpersonen (Heinrich Lueg u.a.). Massgebliche Initierung durch 

Carl von Thieme (Vorstandsvorsitzender bis 1904) und Wilhelm von Finck (Aufsichtsratsvorsitzender). 

Schwerpunkt: Transport- und Unfallversicherung. 
1890-1914 Permanentes Wachstum bei den Prämieneinnahmen. 1893 Beginn der Internationalisierung mit Eröffnung der ersten Filiale in Großbritannien unter der Leitung von Carl Schreiner. Aufbau des US-Geschäfts. 1895 Börsengang. 1904-1921 Vorstandsvorsitzender: Paul von der Nahmer. 

1906 Verheerendes Erdbeben in San Francisco führt zur ersten finanziellen Belastungsprobe durch erhebliche Entschädigungen. 
1912 Sinken der Titanic führt zu hohen Auszahlungsleistungen. 

1914-1918 Erster Weltkrieg. 1915 Rückgang der Prämieneinnahmen um 20 Prozent. Stagnation in Folgejahren. 1918 Nach Kriegsniederlage: Abgabe von Teilen des Geschäftsgebiets. 1918 Gründung der Kraft Versicherung (Kfz-Versicherung) zusammen mit Münchener Rück und dem Kaiserlichen Automobilclub. 

1920er Jahre Konzentrationsprozess in der Versicherungsbranche 

führt zu Käufen vereinzelter Mitbewerber (Stuttgarter Verein, Bayerische Versicherungsbank). Kraft Versicherung wird mit Zunahme des Autoverkehrs zum größten Kfz-Versicherer in Deutschland. 1921 Rahmenvertrag über die Grundsätze der Zusammenarbeit mit der Münchener Rück. 1921-1933 Vorstandsvorsitzender: Kurt Schmitt. 

1922 Gründung der Allianz-Lebensversicherung („Allianz Leben“). 

1923 Fusion der Allianz Leben mit der Arminia (Lebensversicherungsbank). Rasche Entwicklung der Allianz Leben zu einem der führenden deutschen Lebensversicherer. „Allianz Adler“ des Allianz-Konzerns als Firmenzeichen. 1929 Übernahme der Frankfurter Versicherung (FAVAG) nach Wirtschaftsskandal (war zweitgrößter deutscher Versicherungskonzern). 1932 Beginn der Schadensforschung. 1933-1948 Vorstandsvorsitzender: Hans Heß. 1933-1945 

Allianz als Bestandteil des NS-Wirtschaftssystems: 

Versicherung von Unterorganisationen der NSDAP während der Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland. Ausweitung des Kundenstamms durch Übernahme jüdischer Versicherungshäuser sowie 

Versicherung von SS-Bediensteten und Gebäuden der SS-Wirtschaftsbetriebe auf dem Gelände von Konzentrationslagern (Auschwitz, Dachau u.a.). 
Die Allianz profitierte damit direkt von der Deportation. 1939-1945 Zweiter Weltkrieg: Alle großen Unternehmen der Finanzbranche mussten zur Finanzierung des Krieges auf staatliche Anordnung finanzielle Rücklagen in Reichsanleihen anlegen. Ausdehnung der Tätigkeit der  Allianz mit der militärischen Expansion Deutschlands in Teile der besetzten Gebiete Europas. Nach dem 2. Weltkrieg 

Vernichtung des Vermögens führt zu bilanztechnischem Bankrott 

der Allianz durch rapiden Anstieg der Schäden: Dezimierung des Immobilienbesitzes, weitgehende Einstellung der Prämienzahlungen. 1945 Wiederzulassung zum Geschäftsbetrieb durch Erteilung einer Konzession: Beginn der Aufräumarbeiten. 1948-1961 Vorstandsvorsitzender: Hans Goudefrey. 

1948 Inflation führt zur Währungsreform. 

1949 Nach sowjetischer Berlin-Blockade: Verlegung der Zentralen nach München (Allianz Versicherung) und Stuttgart (Allianz Lebensversicherung). 1950er Jahre Einführung der elektronischen Datenverarbeitung für den Versichertenbestand (IBM-Computer in der Größe einer Maschinenhalle, Erfassung der Daten auf Lochkarten).

1958 Werbe-Slogan „Hoffentlich Allianz versichert“. 

1950er Jahre Erwerb von Aktien ehemaliger Töchter in Italien, Frankreich und Österreich. 1959 Aufnahme des direkten Auslandsgeschäfts in Frankreich. 1962 Steigerung der Beitragseinnahmen seit 1948 auf 1 Milliarde DM. 
1962-1971 Vorstandsvorsitzender: Alfred Haase. 1970er Jahre Verstärkte Expansion im Ausland durch Gesellschaftsgründungen und Zukäufe. 1971-1991 Vorstandsvorsitzender: Wolfgang Schieren. 1973 Beitragseinnahmen: 6 Milliarde DM. 1977 Überarbeitung des Allianz Adlers (Logo). 1980er Jahre Werbeslogan „Eine Allianz fürs Leben“. 

1985 Gründung der Allianz Holding zur besseren Steuerung der Beteiligungen. 

1986 Wiedereinstieg in den britischen Markt durch Kauf der Cornhill Insurance. Bis 1990 Vollständiger Anteilsverkauf von Merck Finck & Co.: Münchener Rück ist bestimmender Aktionär mit 25%iger Überkreuzbeteiligung. 

1990 Übernahme der Deutschen Versicherungs-AG und damit des gesamten Privatkundengeschäfts der ehemaligen DDR. 

Beginn der Expansion in den Osten Europas. 1991-2003 Vorstandsvorsitzender: Henning Schulte-Noelle. 1994 Kauf der Vereinte: Einstieg in die private Krankenversicherung.  1997 Kauf der Assurances Generales de France (AGF) in Frankreich) führt zu einer Erhöhung der Kapitalanlagen um 120 auf 600 Milliarden DM. 

1998 Gründung der Allianz Asset Management (heute: Allianz Global Investors): Vermögensverwaltung als Kerngeschäftsfeld. 

1999 Neues Gruppenlogo. Verstärkte Expansion in Asien. 2000 Kauf von PIMCO (Vermögensverwaltung). 2001 Übernahme von Nicholas-Applegate (Vermögensverwaltung). Kauf der Dresdner Bank: Bankgeschäft als Kerngeschäftsfeld. 

Studie zur Allianz in der NS-Zeit. 

Erstes negatives Ergebnis der Firmengeschichte 

insbesondere durch die Krise an den internationalen Finanzmärkten und Entschädigungen für das 9/11-Attentat.
2001-2006 Reduzierung der Beteiligung der Münchener Rück an der Allianz von 25 auf etwa 5 Prozent führt zur einer weitgehenden Entflechtung der deutschen Versicherungswirtschaft. 2002 Gründung der Allianz Autowelt (Gebrauchtwagenbörse). 2003-2015 Vorstandsvorsitzender: Michael Diekmann. 2006 Kauf der RAS (Italien). Bau der Allianz-Arena in München. 2007 Übernahme von Selecta (Verkaufsautomaten). 2008 Kauf von cominvest (Vermögensverwaltung). 

2008-2009 Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank 

für insgesamt 9,8 Milliarden Euro. 2012 Aufsichtsratsvorsitzender: Helmut Perlet. 2013 Übernahme der Yapi Kredi Sigorta (damit Marktführer bei Versicherungen in der Türkei). 2015 125-jähriges Firmenjubiläum. Seit 2015 Vorstandsvorsitzender: Oliver Bäte. 2017 Apollo Global Management kauft für 300 Millionen Euro über die Bremer Kreditbank die Oldenburgische Landesbank von der Allianz. 2017 Ausrichtung des Fokus bei Allianz X auf strategische Investments in digitale Themen. 2019 Börsenwert etwa 100 Milliarden US-Dollar. 
Geschäftstätigkeit umfasst 

Versicherungen 

(Schaden- und Unfallversicherung sowie Lebens- und Krankenversicherung) sowie das 

Asset Management 

(als Allianz Global Investors; Verwaltung von Vermögenswerten für Privatpersonen, institutionelle Anleger wie Pensions- und Investmentfonds sowie der eigenen Tochtergesellschaften). 


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