26. März 2019

Steinhoff Aktie - Chart Kennzahlen Geschichte

Steinhoff ist ein weltweit tätiger Möbelkonzern mit Sitz in Amsterdam.


Aktienkurs von Steinhoff
Der Aktienkurs von Steinhoff bewegt sich seit September 2018 in einer Bandbreite von etwa 0,09 Euro bis 0,17 Euro.

Steinhoff - Aktienchart (seit 2005)

Steinhoff - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht 2015 - unter Vorbehalt)

Steinhoff - Geschichte

1964 1. Juli: Gründung der Bruno Steinhoff Möbelvertretungen und-vertrieb in Westerstede 

(Niedersachsen, Deutschland). 

1970 und 80er Jahre Spezialisierung auf Import von Möbeln aus dem damaligen Ostblock (DDR) 
und dem Verkauf mit Gewinn in den Westen. 

Etablierung der Unternehmenskultur und –philosophie: Herstellung in niedrigpreisigen Ländern und Verkauf in wohlhabenden Regionen.

1990er Jahre Eigene Produktion durch Übernahme einige der ehemaligen Zulieferbetriebe in den neuen Bundesländern. Aufbau der Produktion in Osteuropa (Ungarn, Polen, Ukraine). Bruno Steinhoff sucht dort Gelegenheiten, „wo andere sich nicht hinwagten oder gar nicht hinwollen“. Aufbau von Geschäftsaktivitäten in Südafrika - inspiriert vom Unternehmer und Südafrika-Fan Claas Daun aus dem benachbarten Rastede. 1997 Kauf eines 35%igen Anteils an Gommagomma (Schaumstoff- und Möbelhersteller, Südafrika), worin Daun bereits investiert war und Marcus Jooste förderte. 

Kennenlernen von Steinhoff und Jooste.

1998 Umstrukturierung mit Verlegung des Unternehmenssitzes nach Südafrika wegen niedriger Produktionskosten. 

Börseneinführung als Steinhoff International Holdings an der Börse in Johannesburg (Südafrika). 

2000 Ernennung von Marcus Jooste zum CEO. 

2000er Jahre Starker Zuwachs durch Zukäufe in Afrika, Australien und Großbritannien. Schließung der ostdeutschen Möbelfabriken und Verlegung ins deutlich günstigere Polen. Eröffnung eines eigenen Beschaffungsbüros in China. 

Ziel: Kontrolle der gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zu Logistik und Verkauf.

Um 2000 Herstellungskapazitäten in Australien: Marshall (Möbel) und eine Fabrik in Adelaide. 2001 Juli: 74,9%ige Beteiligung am Möbelherstellungsbereichs von Freedom (Australien; bei Freedom verbleibt der Retail- bzw. Vertriebsbereich). 2002 Übernahme von Snooze (Bettenspezialist; Australien) durch Freedom. 2003 Kauf von Puris Bad (Badeausstattung; Brilon, NRW, Deutschland) von Alno. 2004 Mai: Übernahme von JW Carpenter (Großbritannien) mit den Ketten Harvey’s (Möbel), Benson for Beds (Betten) und Sleepmasters (Betten). 2005 Übernahme der Homestyle Group (Großbritannien). 2006 21%ige Beteiligung von Steinhoff an KAP. 

2008 Rückzug von Steinhoff aus dem operativen Geschäft. 

2008 50%iger Anteil an Poco (zusammen mit österreichischer Möbelkette XXXLutz unter Andreas Seifert). 

2010er Jahre Starke Expansion (geographisch und bzgl. des Portfolios): Selbst Autohändler und eine Autovermietung gehören dank komplizierter Tauschgeschäfte zum Konzern. 

Erste Skandale: Betrugsvorwürfe bei Immobiliengeschäften in den 1990er Jahre erweisen sich vor Gericht als haltlos. 

Streitigkeiten mit Andreas Seifert, dem Chef von XXXLutz (Billigmöbelkette, Österreich) wegen unzulässigem Herausdrängen aus dem Möbel-Discounter Poco (Streitwert: in dreistelliger Millionenhöhe). 

2011 Kauf von Conforama (französische Möbelhandelskette) 

für 1,2 Milliarden US-Dollar. Damit zweitgrößter Möbelhändler Europas nach IKEA. 
2012 Übernahme der JD Group (Möbelhändler, Südafrika) u.a. mit Abra Meble: Umbau bis 2016 von einem Möbelhändler (mit starker Kreditfinanzierung; wurde 2014 verkauft an BNP Paribas) hin zu einem umfassenderen Anbieter von Haushaltswaren. Konzentration auf wenige Marken und Umstrukturierung der Läden(„new-look stores“). 2012 Übernahme von 20% an der PSG Group (diese Anteile gehörten u.a. Wiese und Jooste). 

2012 Übernahme der industriellen Vermögenswerte von Steinhoff Afrika durch KAP Industrial bei gleichzeitiger 61,8%igen Beteiligung von Steinhoff an KAP. 

2012 Steinhoff (Umsatz: 12 Mrd. Euro; Neuaufbau seit Wende Deutschlands) orientiert sich an IKEA (Umsatz: 80 Mrd. Euro; seit 1940 im Markt). 2013 Kauf von Kika-Leiner (Möbelhändler; Österreich, Zentral- und Osteuropa). 

2014 Ziel: Aufrücken unter die Top 5 der Non-Food-Discounter. 

2014 Kauf von Abra Meble u.a. mit der Abry-Marke (Möbelhandel; Polen) durch Poco: 

Polen ist strategischer Standort für die Expansion in Osteuropa.

Zusammenführung mit Quattro mobili (Möbel; Ungarn). 2014 Rückführung der Beteiligung an KAP von 61,8% auf 45%. 

2014 Kauf von Pepkor mit dem Anteilseigner Christo Wiese: 

Portfolio umfasst Möbel, Schuhe, Textilien; Discount-Imperium mit Billig-Ketten in Afrika, Osteuropa, Australien und Neuseeland; Umsatz: 3,5 Milliarden US-Dollar, davon 63% in Südafrika, 23% in Australien und 9% in Osteuropa) für 5,7 Milliarden US-Dollar (Finanzierung über Ausgabe neuer Aktien). Damit Erweiterung des Portfolios um Kleidung und Schuhe. 

Christo Wiese (Milliardär aus Südafrika) – der bereits vorher im Aufsichtsrat von Steinhoff vertreten war - steht Steinhoff in unternehmerischem Wagemut in nichts nach, 

wird mit einem ca. 27%igen Anteil größter Steinhoff-Aktionär und treibt zusammen mit Steinhoff-CEO Jooste den Ausbau des Unternehmens weiter voran. Wiese hat globale Ambitionen: 

„Wo geografisch investiert werde, sei nicht wirklich von Belang. Wichtig seien vielmehr bestimmte, recht einfache Investitionskriterien. 

Das Management müsste gut sein, das Geschäft Geld bringen und gute Wachstumsperspektiven haben.“ 2015 Kauf von Impuls Küchen (Einbauküchen; Brilon, NRW, Deutschland) von Alno. 
2015 45%iger Anteil an der GT Branding (Schweiz): Ausleihe von 810 Mio. Schweizer Franken. GT Branding hält Anteile an GT Global Trademarks, bei der rund 200 Marken liegen, die von Steinhoff genutzt werden. Global Trademarks hatte vorher Steinhoff gehört, doch in Aktien- und Anleiheprospekten fanden diese Transaktionen keine Erwähnung. (laut Jooste: Keine Informationspflicht wegen Geringfügigkeit). 

2015 Dezember: Razzia von Steuerfahndern der Staatsanwaltschaft Oldenburg bei der europäischen Tochter von Steinhoff. 

2015 7. Dezember: Verlegung des Erstlistings nach Deutschland. Zweitlisting und Geschäftsführung verbleibt in Südafrika. Gründung einer Holding (Mutterkonzern) mit Sitz in den Niederlanden. 2016 21. März: Aufnahme in den MDAX. 2016 Scheitern der Übernahme von Darty (auf Elektrogeräte spezialisierter Einzelhändler) und der Home Retail Group. 

2016 Jooste gilt mit einem Vermögen von 400 Mio. US-Dollar als einer der reichsten Afrikaner: Leidenschaft fürs Pferderennen 

seit den 1990er Jahren; gilt weltweit als einer der größten Investoren im Bereich Pferderennen. 2016 Juni: Kauf von Poundland (britischer Discounthändler, der alle Artikel in seinen Läden für ein Pfund verkauft) für 610 Mio. britische Pfund. 

2016 August: Übernahme von Mattress (US-Matratzenhändler, 

erster Eintritt in den US-Markt) für 3,4 Milliarden Euro. 2016 Kauf von Fantastic (größter Sofa-Händler Australiens) für 361 Mio. US-Dollar. 2017 September: 

Börsengang von Star (Steinhoff-Afrika mit Pep, Ackermans u.a.; 78%iger Anteil verbleibt bei Steinhoff; 

Einnahmen: 1 Mrd. Euro, also Börsenwert: 4,5 Mrd. Euro). 2017 6. Dezember: 

Rücktritt von Markus Jooste (CEO) nach Bekanntgabe von Unregelmäßigkeiten in der Bilanz

2017 Dezember: Rückführung der Beteiligung an der PSG Group von 25,5% auf 16% und an KAP von 45% auf 16%. Absturz der Aktie um etwa 90 Prozent. Neue Unternehmensführung mit Heather Sonn (Vorsitz des Aufsichtsrats) und Danie van der Merve (Vorstandsvorsitzender).

2018 Einleitung von Untersuchungsverfahren sowie Klagen wegen Bilanzunregelmäßigkeiten. 

Verkäufe von Poco und Kika/Leiner 

zur Abwendung einer drohenden Insolvenz.

2019 Geplante Restrukturierung der Schulden.