26. März 2019

Aktien für Anfänger - wesentliche Informationen

Aktien können nur von Kapitalgesellschaften ausgegeben werden. Das sind in Deutschland die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).


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Wird z. B. eine Aktiengesellschaft gegründet, wird das Grundkapital des Unternehmens in Aktien aufgeteilt. Diese Aktien werden nun z.B. an der Börse ausgegeben – den Vorgang nennt man Emission.


Über diesen Verkauf von Unternehmensanteilen (Aktien) auf dem Aktienmarkt (Börse) kann sich das Unternehmen Kapital beschaffen.

Aktien sind somit Bruchteile des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft (AG) und verbriefen damit einen Anteil am Unternehmen. Die Aktionäre werden damit durch den Erwerb von Aktien Miteigentümer und bilden gemeinsam die Aktiengesellschaft. Gleichgültig ob Privatperson, Unternehmen oder Institution – Aktionär kann jeder werden.

Über den Handelsplatz Börse sind die Aktien frei und für jeden handelbar

Die Börse ist ein regulierter Handelsplatz, der für Ordnung und Transparenz sorgt.

Börsen entwickelten sich zumeist aus Märkten und Messen. Im 15. Jahrhundert fanden sich Kaufleute aus aller Welt vor dem Haus des Bankiers Van der Beurse in Brügge zusammen, um Handel zu treiben. Die regelmäßigen Handelstreffen wurden bald als „Börse“ bezeichnet.

Als Geburtstag der Aktie gilt der 20. März 1602, an dem sich einige Handelsgesellschaften zur „Verenigde Oostindische Compagnie“ (VOC) zusammenschlossen. Eine Aktie (lat. actio = Handlung, Tätigkeit) ist ein Wertpapier, das seinem Inhaber einen Anteil am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft verbrieft. Die Amsterdamer Hauptniederlassung der VOC war die erste Aktienbörse der Welt. 

In Deutschland entstanden Börsen in Augsburg, Nürnberg, Hamburg, Köln, Königsberg, Lübeck und Frankfurt am Main. Ab dem 17. Jahrhundert gewannen sie zunehmend an Bedeutung.

Eine Börse funktioniert wie ein x-beliebiger Wochenmarkt. Nur dort werden nicht Pullover oder Kerzen gehandelt, sondern Aktien u.a. Es ist ein Kräftemessen von Angebot und Nachfrage. Im Allgemeinen bedingt eine verstärkte Nachfrage Kurssteigerungen. Will niemand die Aktie kaufen, müssen die Verkäufer mit ihren Preisvorstellungen heruntergehen, damit sie als billig wahrgenommen wird.

Anspruch auf eine feste Verzinsung hat ein Aktionär nicht. Er kann eine jährliche Beteiligung am Gewinn des Unternehmens erhalten: die Dividende (lat. dividere = austeilen). Die Gewinne werden allerdings nicht immer voll als Dividende ausgeschüttet, sondern können auch im Unternehmen einbehalten werden.

Die Anteilseigner hoffen zudem, dass mit dem Erfolg des Unternehmens auch der Kurs der Aktie steigt,
um ihre Anteile irgendwann mit Gewinn verkaufen zu können. Aber er trägt auch das Risiko von Verlusten (bis hin zum völligen Wertverlust seiner Aktie), wenn die Unternehmensentwicklung ungünstig verläuft.

Aktien sind daher Sachwertinvestitionen

Der Unternehmenswert errechnet sich, indem man den Wert aller Aktien addiert.

Einfluss auf ihre Gesellschaft können Aktionäre bei den in der Regel einmal im Jahr tagenden Hauptversammlung ausüben. Dort wird der Aufsichtsrat gewählt und die Dividende, also die Gewinnausschüttung, bestimmt. Außerdem werden wichtige Schritte des Unternehmens, wie etwa Kapitalerhöhungen oder Zukäufe, entschieden. Das Stimmrecht bei der Hauptversammlung wird in der Regel entsprechend den Anteilen am Unternehmen ausgeübt.

Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat vertritt die Interessen der Aktionäre. Er ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Kontrollorgan, zu dessen wesentlichen Aufgaben die Bestellung, Beratung und Überwachung des geschäftsführenden Vorstandes sowie die Prüfung des Jahresabschlusses zählen. Der Vorstand der Aktiengesellschaft leitet die Geschäfte der Gesellschaft und muss darüber dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht erstatten.

Vereinfacht gesagt sind Aktien somit handelbare Unternehmensanteile

Solche Wertpapiere sind meistens in Indizes enthalten. Der älteste Aktienindex der Welt ist der amerikanische Dow Jones, der seit 1896 errechnet wird. Er enthält die 30 größten Aktien, die an der New Yorker Börse, der Wall Street, gehandelt werden.

Im Deutschen Aktienindex (DAX) sind seit 1988 die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen zusammengefasst. Im MDax (Mid-Cap-Index) sind die 50 nächstgrößeren Werte enthalten und der TecDax umfasst die 30 größten Technologieunternehmen.

Wer sich Aktien kaufen möchte, benötigt ein Wertpapierdepot. Dies kann man zum Beispiel bei einer Filialbank einrichten. Dort stehen dem Anleger Berater als Ansprechpartner zur Seite. Eine kostengünstigere Alternative ist jedoch, sein Depotkonto bei einer Direktbank (Onlinebank), auch Discountbroker genannt, zu eröffnen. Letzterer verzichtet auf ein teures Netz von Geschäftsstellen und wickelt Wertpapiergeschäfte per Telefon oder noch häufiger über das Internet ab.
Der Privatkunde, der häufig handeln will, sollte über Rechner und Tools im Internet vergleichen, welche Bank die niedrigsten Orderkosten für sein Depotvolumen und seine voraussichtliche Orderanzahl hat.

In der Filialbank übernimmt der Berater die Eröffnung des Depots. Bei Onlinebanken muss der Anleger selbst tätig werden. Er eröffnet sich online das Depot und geht mit den ausgedruckten Eröffnungsanträgen zu einer Filiale der Deutschen Post. Diese prüft anhand des Personalausweises oder Reisepasses die Identität und Unterschrift des Depotinhabers. Danach schickt sie die Unterlagen komplett an die Depotbank des Kunden.

Zu jeder Order braucht der Anleger die ISIN bzw. WKN der Aktie, die er online kaufen möchte. Diese kann man über Internet-Finanzportale abfragen.

Die Börsenhandelszeiten sind wochentags von 9.00 bis 17.30 Uhr über Xetra in Frankfurt, an Regionalbörsen kann noch bis 20.00 Uhr gehandelt werden, teilweise auch feiertags.


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Aktienkultur in Deutschland 
Der Handel mit Aktien war in Deutschland lange Zeit eine Angelegenheit der Eliten. Die meisten Menschen vertrauten aufs Sparbuch. Allzu viel Geld besaßen sie nach der Inflation 1923, der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre, dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform 1948 ohnehin nicht.

In der Folge des „Wirtschaftswunders“ verfügte die Nachkriegsgeneration erst in den 1970er Jahren über das nötige Geld, um ins Aktiengeschäft einzusteigen. Doch dann erschütterte die Ölkrise die Bundesrepublik, die Zahl der Arbeitslosen stieg, erneut waren die Sparer verunsichert.

Der Wandel kam erst in den 1990er Jahren mit dem Börsengang der Deutschen Telekom. Um seine Aktien zu verkaufen, startete der Konzern 1996 einen groß angelegten Werbefeldzug mit dem populären Schauspieler Manfred Krug, einem „Tatort-Kommissar“, als Zugpferd. Fast zwei Millionen private Anleger investierten daraufhin in Telekom-Papiere, die auch von Politikern als „Volksaktien“ angepriesen wurden.

1997 gründete die Deutsche Börse den Neuen Markt als Handelsplatz für junge Firmen. Dank Internet und Telekommunikation erlebte die „New Economy“ einen Boom, die Börsen meldeten beachtliche Kurssprünge. Die Zahl der Aktionäre und Aktienfonds-Anleger stieg zwischen 1997 und 2001 von 5,60 Millionen auf 12,85 Millionen. Viele dieser Börsenneulinge hatten unrealistische Erwartungen, glaubten an Rendite ohne Risiko.

Als es um die Jahrtausendwende zu Kursstürzen an den High-Tech-Börsen kam, war die Enttäuschung groß. Zahlreiche verunsicherte Kleinanleger wandten sich ab und die Aktien büßten die eben erst gewonnene Attraktivität wieder ein.

Aktiencharts sind eine besonders anschauliche Art, den Verlauf eines Aktienkurses abzubilden.

Auf diesen Charts sind immer wieder ähnliche Kursbilder zu erkennen. Diese Kursbilder werden als Indizien für den weiteren Kursverlauf angesehen. Besonders wichtig sind Chart-Analysen für Händler, die einen raschen (wenn auch geringen) Kursgewinn anstreben und die Aktie rasch wieder verkaufen wollen. Für den langfristig denkenden Aktionär ist die Chartanalyse weniger wichtig.

Welche Aktien sind nun die richtigen? Dafür gibt es keine Grundregel: Jeder Aktionär muss letztlich selbst entscheiden, wann und wo er „einsteigt“, also sich einkauft. Der größte Profit winkt, wenn zum niedrigsten Kurs gekauft und zum höchsten wieder verkauft wird. Das perfekte Timing gelingt selten. Bevor man übereilt investiert, sollte man lieber etwas mehr Zeit in die Informationsbeschaffung investieren.

In der Sprache der „Börsianer“ haben sich im Zusammenhang mit Aktien-Typen einige Begriffe etabliert, die man als Anleger kennen sollte. „Wachstumsaktien“ sind Wertpapiere von Unternehmen, bei denen konjunkturunabhängig überdurchschnittliche Wachstumsraten bei den Erträgen erwartet werden (z. B. Colgate, Pepsi, Coca Cola. „High Flyer“ ist die Bezeichnung für ein Wertpapier mit einem steilen Kursanstieg (siehe Brown Forman oder auch Netflix). Vorsichtiger sein sollte man als Anleger bei „Underperformern“. Dies ist der Begriff der Analysten für eine Aktie, deren Performance – sprich Kursentwicklung – schlechter ist als die des Gesamtmarktes. Ein Beispiel ist Zeal Network.   

Wer „spekulative Aktien“ kauft, setzt in aller Regel darauf, dass ein Unternehmen in einer Krisensituation mit entsprechend günstig erhältlichen Aktien seine Probleme schließlich doch noch meistert und den Umschwung, den Turnaround, schafft. Beispiele sind Steinhoff, Vipshop oder auch Pantaflix.  
Anders sieht es bei den zyklischen Aktien, den  „Zyklikern“ aus. Dabei handelt es sich in erster Linie um Aktien von Unternehmen, die stark von der Konjunktur beziehungsweise der wirtschaftlichen Lage abhängig sind, was zu einem stetigen, oft wellenförmigen Auf und Ab der jeweiligen Aktienkurse führen kann (z. B. RWE).

Eine Warnung: Die Entwicklung einer Aktie in der Vergangenheit sagt nur bedingt etwas über deren zukünftige Kursentwicklung aus.

Was beeinflusst Aktienkurse?  

Gewöhnlich wirken sich Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen, Übernahmen mit Synergieeffekten, Kostensenkungsprogramme, Kapitalerhöhungen für vernünftige Investitionen, Aktiensplits, Insiderkäufe und übertroffene Gewinnprognosen positiv auf Aktienkurse aus. 

Negativ gewertet werden beispielsweise Kapitalerhöhungen zum Ausgleich von Verlusten, Dividendenstreichungen, Insiderverkäufe, die Ausgabe von Gratis-Aktien, enttäuschte Prognosen und Kapitalherabsetzungen. 

Es gibt noch viele andere kursbeeinflussende Faktoren wie die allgemeine Wirtschaftslage, Gesetzesänderungen, Wahlen oder Analystenbeurteilungen einflussreicher Häuser.

Psychologie ist immer mit im Spiel

Wie Börsen funktionieren, ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Deshalb ist es mitunter gar nicht einfach – oft sogar unmöglich – zu verstehen, weshalb der Kurs einer Aktie gestiegen oder gefallen ist. „Börsianer“ wissen, dass ihr Geschäft weniger von Fakten als von Erwartungen beeinflusst wird.

Regeln für den erfolgreichen Investor

- Richten Sie Ihre Anlagestrategie langfristig aus und ignorieren Sie „heiße Tipps”
- Was für ein Anlegertyp sind Sie? Wenn Sie eher vorsichtig sind und das Risiko scheuen, sollten Sie lieber nicht in einzelne Aktien investieren.
- Trauen Sie keinem Börse-„Guru“ blind! Selbst Profis liegen manchmal falsch.  
- Geraten Sie nicht in Verkaufspanik, wenn die Kurse fallen.
- Reagieren Sie nie voreilig, sondern erst nach Abwägen aller Gesichtspunkte.

Wer sich zwischen Angst und Gier seinen gesunden Menschenverstand bewahrt, kann mit Aktien im Depot langfristig viel Freude haben.


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