26. März 2019

Fresenius Aktie - Chart Kennzahlen Geschichte

Mit dem Kauf einer Aktie von Fresenius ist man an einem deutschen Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen beteiligt.


Fresenius - Aktienchart

Fresenius - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

Buchempfehlung
Auf 392 Seiten mit zahlreichen Abbildungen zeichnen die Autoren den bereits über mehr als ein Jahrhundert führenden Wachstumspfad von Fresenius nach.
Fresenius: Von der Apotheke zum Gesundheitskonzern

Geschichte

1912 1. Oktober: Gründung der „Dr. Eduard Fresenius chemisch-pharmazeutische Industrie“ durch Dr. Eduard Fresenius 

in Frankfurt am Main. Betrieb erfolgt im Hinterhaus der Hirsch-Apotheke in Frankfurt. 1912-1933 Erfolge durch zahlreiche Kooperationen u.a. mit Paul Ehrlich (Nobelpreisträger): Herstellung des sterilen Wassers („Injectio Fresenius“) für die intravenöse Verabreichung von Salvarsan (Behandlung von Syphilis). Zusammenarbeit mit Karl Herxheimer führt zu Präparaten zur Behandlung von Ausschlägen, Flechten und Ekzemen. Weiterer Kooperationspartner ist Carl von Noorden (Diätforscher). Etwa 1930 Werbung mit dem „Unterhaltungsblatt der Hirsch-Apotheke“. 1933-1945 Nazi-Herrschaft in Deutschland: 

Nicht-Eintritt bei der NSDAP von Eduard Fresenius führt zum Verlust von Kontakten zu vielen wichtigen Geschäftspartnern. 

Belieferung der Wehrmacht mit Medikamenten (z.B. Freka-Frostschutzsalbe). Keine Beschäftigung von Zwangsarbeitern. 1934 Verlegung des Firmensitzes nach Bad Homburg. Kleiner familiärer Betrieb.
1937 25-jähriges Firmenjubiläum: Öffnung des „Diät-Pavillon“: Angebot von frischen Obst- und Gemüsesäften sowie Milchmischgetränken für Diätkuren. 1944 Völlige Zerstörung der Hirsch-Apotheke. 1945 Unmöglichkeit der Produktion durch Rohstoffengpässe erzwingt eine Neuorganisation. 

1946 Tod von Eduard Fresenius: 

Erbengemeinschaft bestimmt Ziehtochter Else Fernau – nach Ausbildung und Studium - als potentielle Nachfolgerin. 

1951 Else Fernau wird Unternehmenschefin mit 26 Jahren. 

1957 Eintritt von Dr. Hans Kröner als Kommanditist. 1960 Beschäftigung von 30 Mitarbeitern. 1961-1970 Wachstum des Umsatzes um das Dreizehnfache durch die Herstellung von Infusionslösungen sowie hochwertigen Speziallösungen u.a. Erarbeitung der Geschäftsstrategien durch Else Fernau und Hans Kröner. 1963 Großer Erfolg mit der Herstellung von Kunststoffflaschen für Infusionslösungen. 1964 Heirat von Else Fernau und Hans Kröner. 1967 Schaffung von vier Geschäftsbereichen: Pharma, Apparatebau, Krankenhausbedarf sowie Serologie und Diagnostik.
Führendes Unternehmen in der Versorgung von Kliniken. 

1971 Gründung der „Dr. E. Fresenius chemisch-pharmazeutischen Industrie GmbH & Co. KG“ mit drei Kommanditgesellschaften. Ab 1971 Zunehmende Internationalisierung durch Tochtergesellschaften in Frankreich, Schweiz (1971) und Österreich (1976). Entwicklung u.a. eines eigenen neuartigen Dialysegeräts sowie von Oralpädon gegen Durchfallerkrankungen. 

1972 Hans Kröner wird gleichberechtigter Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsleitung. 

1974 Errichtung der Produktionsstätte in St. Wendel. Etwa 1974-1976 Ölkrise führt zu wirtschaftlicher Flaute: 

Finanzkrise bei Fresenius u.a. wegen 25%iger Einbußen im Pharmabereich. 

1977 Kauf von Hiplex (Brasilien). 1979 Zukauf in Großbritannien. 1980er Jahre Abdeckung des gesamten Spektrums von Infusionen und Produkten der enteralen und parenteralen Ernährung sowie Herstellung von Infusions- und Ernährungspumpen sowie der zugehörigen Einwegprodukte.
1981 Else Kröner ist Hauptaktionärin mit 95 Prozent der Stammaktien der Fresenius AG. 

1982-1992 Hans Kröner ist Vorstandsvorsitzender. 

1983 Bildung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung 1986 Börseneinführung. 

1988 Tod von Else Kröner: 

Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird zur Hauptaktionärin. 1990 Umsatz: 1,03 Millarden DM bei 5.200 Beschäftigten. 1992 Gerd Krick wird Vorstandsvorsitzender. 1994 Kauf von hospitalia international (betreibt seit 30 Jahren die Ausstattung von Krankenhäusern). 

1996 Übernahme von National Medical Care (wird zu Fresenius Medical Care) ist strategisch wichtiger Einstieg in das Geschäft mit Dialysedienstleistungen. 

Börsennotierung von Fresenius Medical Care. 1996 Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an VAMED (Betrieb von Gesundheitseinrichtungen). 1999 Bildung von Fresenius Kabi durch Erwerb des internationalen Infusionsgeschäfts der amerikanisch-schwedischen Pharmacia & Upjohn: Angebot an parenteraler und enteraler Ernährungstherapie und Infusionslösungen. 2000 Entwicklung von Helixone aus dem Kunststoff Polysulfon sowie Produktion von Blutfiltermembranen für spezielle Dialyseerfordernisse.
2001 Erwerb der Wittgensteiner Kliniken und damit Einstieg ins private Krankenhausbetreibergeschäft.  

2003-2016 Dr. Ulf M. Schneider wird Vorstandsvorsitzender. 

Steigerung der Produktion von Dialysatoren auf 50 Millionen Stück jährlich. 2005 Kauf der HELIOS Klinikengruppe (72 Kliniken mit insgesamt 23.000 Betten). 

2006 Übernahme von Renal Care. 

2008 Weltweit führenden Anbieter von I.V.-Generika (intravenös zu verabreichende generische Arzneimittel) durch Käufe von APP (American Pharmaceutical Partners) und Dabur Pharma. 

2008 Neustrukturierung in vier Konzernbereiche: Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Fresenius Biotech ist innerhalb der Holding angesiedelt: Entwicklung von biopharmazeutischen Therapien für schwerwiegende, bisher nicht gelöste medizinische Fragestellungen im Bereich von Transplantation und Onkologie. 2011 Umwandlung der Rechtsform von Fresenius SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) in Verbindung mit der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien. 

2012 Gescheiterte komplette Übernahme von Rhön-Klinikum. 

2013 Kauf von 43 Kliniken und 15 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) von Rhön-Klinikum sowie Verkauf von Fresenius Biotech. 2016 Schneider wechselt zu Nestle - Stephan Sturm wird Vorstandsvorsitzender. 2017 Übernahme von Quirónsalud, dem größten privaten Klinikbetreiber Spaniens, für 5,76 Mrd. Euro. 2017-2018 Geplatzter Kauf von Akorn auf Grund fehlender Übernahmevoraussetzungen. 

2019 Konzern besteht seit 2008 aus vier Konzernbereichen: Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed.

Fresenius Medical Care: Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Patienten mit chronischem Nierenversagen.
Fresenius Kabi deckt mit seinen Produkten ein breites Spektrum in der Therapie und Versorgung von chronisch und kritisch Kranken ab. Die Produktpalette umfasst I.V.-Arzneimittel, Infusionstherapien, klinische Ernährung und die dazugehörigen medizintechnischen Produkte zur Applikation sowie Produkte zur Herstellung von Blutprodukten, die von Blutbanken und Blutspendediensten eingesetzt werden.
Fresenius Helios betreibt Krankenhäuser (Helios, Wittgensteiner Kliniken u.a.).
Fresenius Vamed: Beratung, Planung, Errichtung und Ausstattung von Krankenhäusern u.a.