26. März 2019

Bayer Aktie - Chart Kennzahlen Geschichte

Mit dem Kauf einer Aktie von Bayer ist man Mitbesitzer an einem der wertvollsten deutschen Dax-Unternehmen, welches hauptsächlich in der chemischen und pharmazeutischen Industrie tätig ist. Der Konzern hat etwa 100.000 Mitarbeiter.

Bayer - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht 2018 von Bayer)

Bayer - Aktienchart

Geschichte
1863 1. August: Gründung von „Bayer et comp.“ in Barmen (heutiger Stadtbezirk Heckinghausen in Wuppertal) durch Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott. Wichtige Produkte: Fuchsin und Anilin.

1881 Nach dem Tod Bayers übernahm sein Sohn Friedrich Bayer die Unternehmensführung. Umwandlung in „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.1882 Berufung von Henry Theodore Böttinger in den Vorstand. Seit etwa 1900 Hauptsitz in Leverkusen. 1888-1914 

Ausbau der chemischen Forschung durch Carl Duisburg u.a.:

 Erforschung der Wirkungen des Diacetylmorphins, der Acetylsalicylsäure und der Sulfonamide führen zu Produkten unter den Markennamen HeroinAspirin und Prontosil (weltweit erste Chemotherapeutikum zum Einsatz als Breitbandantibiotikum).
1913 Beschäftigung von 10.600 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Russland und den USA (Exportanteil: 60-80 Prozent des Unternehmensumsatzes). 1914-1918 

1. Weltkrieg: Zunehmende Integration in die Rüstungswirtschaft.

 Herstellung von kriegswichtigen Stoffen wie Kautschuk, Sprengstoff, Chlorpikrin und Senfgas. Lieferung von Chlorgas und Phosgen zur Giftgaserzeugung
Nach dem 1. Weltkrieg Weitgehende Demontage und Enteignung der Produktionsanlagen von Bayer. Unversehrtheit des Werks in Wiesdorf ermöglichte die rasche Aufnahme von Forschung und Produktion. 1923 Einführung von Suramin (Germanin) als Mittel gegen die Schlafkrankheit. 

1924-1925 Gründung der I. G. Farben AG 

durch Fusion der Hoechst AG, Cassella und Kalle & Co. AG, Bayer, BASF, Agfa, Griesheim Elektron und Weiler-ter-Meer. Vorstandsvorsitzender: Carl Bosch und Carl Duisberg wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Die Mitarbeiterzahl lag 1924 bei etwa 80.000 (größte Chemieunternehmen dieser Zeit). Hauptgrund: Zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten und wachsende internationale Konkurrenz vor allem durch die Vormachtstellung des amerikanischen Chemiekonzerns DuPont. 
1926 Beginn mit der Kohlehydrierung (nach dem Bergius-Pier-Verfahren) zur Herstellung von Benzin aufgrund der stark wachsenden Automobilindustrie. 1930 Durchbruch bei der Kautschuk-Synthese („Buna“ war einer der ersten synthetischen Kautschuke). 1930er Jahre 

Weltweite Marktführerschaft in der Stickstoffchemie. 

1932 Zusammenarbeit mit der AEG auf dem Gebiet der magnetischen Tonaufzeichnung. Ab 1933 Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet die I. G. Farben zunehmend unter politischen Einfluss und wurde zu einem Staats- und Kriegskonzern umgebaut. 1938 Entwicklung des Polyamids „Perlon“ durch Paul Schlack als Konkurrenz zu dem 1935 vom US-amerikanischen Chemiekonzern DuPont patentierten „Nylon“. 1939-1945 2. Weltkrieg: Produktion der I. G. Farben für die Kriegswirtschaft sowie Unterstützung der Rekrutierung von Zwangs- und Fremdarbeitern und der Ausbeutung von KZ-Häftlingen. 1941-1945 

Herstellung von Zyklon B (Giftgas) 

durch die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Beteiligungsverhältnisse: I. G. Farben 42,5 %, Degussa 42,5 % und T. Goldschmidt 15 %): 

Einsatz zur industriell organisierten Massenermordung von Häftlingen in den Gaskammern von Auschwitz, Majdanek, Sachsenhausen u.a. 

1942-1945 Betrieb einer Fabrik in der Nähe der polnischen Stadt Monowitz mit angeschlossenem Arbeitslager zur Produktion des synthetischen Kautschuks Buna, der die deutsche Rüstungsindustrie von importiertem Naturkautschuk unabhängig machen sollte. Das Lager Buna/Monowitz war ein Nebenlager des Lagerkomplexes Auschwitz. 1945 Keine vollständige Zerschlagung der I. G. Farben in den westlichen Besatzungszonen aufgrund der guten Geschäftsbeziehungen des Konzerns vor allem mit der amerikanischen Exxon und dem Chemiekonzern DuPont, mit dem seit Beginn der 1930er Jahre eine Überkreuzverflechtung bestand. 1947-1948 Anklage von 23 leitenden Vertretern der I. G. Farben („I.G.-Farben-Prozess“, 13 wurden zu Haftstrafen verurteilt). 1950 

Zerschlagung der I. G. Farben 

gemäß Verfügung der Allierten in elf Unternehmen: Agfa, BASF, Cassella GmbH, Chemische Werke Hüls AG, Bayer AG, Hoechst AG, Duisburger Kupferhütte AG, Kalle & Co. AG, Dynamit AG, Wasag Chemie AG und Mainkur AG. 1950 Zur neuen Bayer AG gehörten die Werke in Dormagen, Elberfeld, Leverkusen und Krefeld-Uerdingen. 1952

Einführung von Mitteln zur Bekämpfung der Tuberkulose sowie die Produktion von Penicillin. 

1953 Börsennotierung sowie Einführung von Chlorpromazin (erste Neuroleptikum als Lizenzprodukt von Rhone-Poulenc) in Deutschland.
1954 Gründung bzw. Rückgewinnung von Niederlassungen in Argentinien, Chile und Brasilien. Gründung von Mobay in den USA (Joint-Venture mit Monsanto): Produktion von Agent Orange für den Einsatz im Vietnam-Krieg u.a. 1957 Erschließung von Erdöl als Geschäftsfeld (Erdölchemie bzw. Petrochemie). 1961 Nachfolger von Ulrich Haberland als Vorstandsvorsitzender wird Kurt Hansen. 1962 Umsatz: 4 Milliarden DM und 61.000 Beschäftigte. 1964 Fusion der Bayer-Töchter Agfa und Gevaert. 1967 Mobay wird 100%ige Tochter von Bayer. 1971 

Neue Konzernstruktur beendet die bisherige funktionale Struktur. 

1973 Errichtung des Werks in Brunsbüttel. 1974-1984 Herbert Grünewald wird Vorstandsvorsitzender: Kauf von Miles, Ausbau der Pflanzenforschung.
1984-1992 Hermann J. Strenger ist Vorstandsvorsitzender 1990 Umsatz: 42 Milliarden DM und 171.000 Mitarbeiter. 1992-2002 Manfred Schneider ist Vorstandsvorsitzender. 1994 Produktion von Aspirin in Bitterfeld. 1995 

Kauf von Sterling-Winthrop ermöglicht den Rückerwerb der Namensrechte in den USA. 

1999 Tod von 24 Kindern in Tauccamarca (Peru) wegen einer unsachgemäßen Verwendung eines Parathion-methyl enthaltenden Insektizids. Vorwurf gegen Bayer: Unzureichende Kennzeichnung mit Warnhinweisen auf den Originalkunststoffbehältern. 2001 Übernahme der Pflanzenschutz-Sparte von Aventis für 7,25 Milliarden Euro. Werner Wenning wird Vorstandsvorsitzender. 2002 

Bayer wird mit der Übernahme der Saatgutabteilung von Aventis zu einem der größten Saatgutkonzerne der Welt 

(maßgebliche Konkurrenten sind Monsanto, DuPont, Pioneer und Syngenta). 
2002-2005 Neuausrichtung 

(forciert durch die Lipobay-Krise und dem stark eingebrochenen Aktienkurs): Umformierung der bisherigen Geschäftsbereiche (Pflanzenschutz, Pharma, Polymere und Chemie) in eigenständige Teilkonzerne (Bayer CropScience, Bayer HealthCare, Bayer MaterialScience und Bayer Chemicals) unter dem Dach einer Holding. Weitere Bereiche wurden ausgegliedert in Servicegesellschaften. 2005 Ausgliederung von Bayer Chemicals mit Teilen des Kunststoffgeschäfts führt zum Spin-off und Börsengang als Lanxess. 2005 Übernahme der OTC-Sparte von Roche führt zur Neuausrichtung des Pharmabereichs mit dem 

Ziel der weltweiten Marktführerschaft bei rezeptfreien Medikamenten. 

2006 Kauf von Schering (Pharma) für 17 Milliarden Euro. 

Verkauf der Division „Diagnostics“ an Siemens für 4,2 Milliarden Euro. 2014 Übernahme von Algeta (Krebsmedikamente). Kauf des Consumer-Care-Geschäfts von Merck&Co. für 14,2 Milliarden US-Dollar macht Bayer zum 

weltweit zweitgrößten Anbieter von rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten 
(Nr. 1 ist Johnson & Johnson). 2014-2015 Abspaltung und Börsengang der MaterialScience-Sparte: Firmierung als Covestro. 2016-2018 

Kauf von Monsanto für 66 Milliarden US-Dollar macht Bayer zum weltweiten Marktführer in der Agrarchemie. 

Auflage dieser Übernahme ist der Verkauf an BASF von fast dem gesamten bisherigen Geschäft mit Saatgut und agronomischer Merkmale, Glufosinat (Pflanzenschutzmittel) sowie wichtiger Forschungsprogramme für Breitband-Unkraut-Vernichtungsmittel. 2018 10. August: 

Verurteilung von Monsanto (jetzt zu Bayer gehörig) zu einer Zahlung von 289 Millionen US-Dollar an ein Krebsopfer (5.000 ähnliche Klagen sind anstehend): 
Aktienkurs von Bayer sinkt um 11 Prozent. 2019 

Operative Geschäft der Bayer ist aufgeteilt in drei Divisionen (Pharmaceuticals, Consumer Health, Crop Science) und einer Geschäftseinheit (Animal Health).

Pharmaceuticals 
umfasst verschreibungspflichtige Produkte, Spezialtherapeutika u.a. Umsatzstärkste Produkte sind Xarelto, Eylea und Kogenate bzw. Kovaltry. 

Consumer Health 
beinhaltet verschreibungsfreie Produkte in den Kategorien Dermatologie, Nahrungsergänzung, Schmerz, Magen-Darm-Erkrankungen, Allergien, Erkältung, Fußpflege, Sonnenschutz und Herz-Kreislauf-Risikovorbeugung. Dazu gehören weltweit bekannte Marken wie Claritin, Aspirin, Aleve, Bepanthen/Bepanthol, Canesten, Dr. Scholl’s und Coppertone.

Crop Science 
ist die Pflanzenschutzsparte: Saatgut, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung. 

Animal Health 
bietet Produkte und Lösungen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen bei Haus- und Nutztieren an.