26. März 2019

BASF Aktie - Chart Kennzahlen Geschichte

Mit dem Kauf der Aktie von BASF ist man am weltweit größten Chemiekonzern der Welt beteiligt. Insgesamt sind 115.490 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern beschäftigt. Der Hauptsitz befindet sich in Ludwigshafen am Rhein. Das BASF-Stammwerk ist heute mit über 2000 Gebäuden und einer Fläche von mehr als 10 km² das größte zusammenhängende Chemieareal der Welt.

BASF - Aktienchart

Kennzahlen incl. Dividende
 (aus dem Geschäftsbericht 2018 von BASF)

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Geschichte
1865 6. April: Gründung der Badischen Anilin- und Sodafabrik (BASF

von Friedrich Engelhorn  in Mannheim-Jungbusch. Bedeutende Chemiker in den Anfängen der Firmengeschichte waren: Heinrich CaroHeinrich von Brunck und Rudolf Knietsch. Produktion von Teerfarbstoffen und deren Vorprodukte sowie Herstellung von Textilfarbstoffen auf Indigobasis. Durch Ausbau und Akquisitionen: 

Führende Position auf dem weltweiten Markt für Färbemittel. 

1880 Erforschung der synthetischen Herstellung von Indigofarben war ein finanzieller Kraftakt. 1897 Aufnahme der „Heumann-Synthese“ in die Produktion nach 17 Jahren der Forschung. 1880er Jahre Gründung von Niederlassungen in Frankreich, Russland und den USA. 1900 Präsentation auf der Weltausstellung in Paris als größte chemische Fabrik der Welt. Damals waren im Werk in Ludwigshafen 148 Chemiker, 75 Ingenieure, 305 kaufmännische Beamte sowie 6.207 Arbeiter beschäftigt. 1901 

Einführung der licht- und waschechten Indanthren-Farben (Weltneuheit), 

die in der Folgezeit die Indigofarben in Färbereien und Druckereien ersetzen sollten. 1904 Bildung der Interessengemeinschaft Farbenindustrie (auch Dreibund genannt) durch BASF, Bayer und Agfa. 
1913 Inbetriebnahme der ersten Ammoniaksyntheseanlage - nach der Entwicklung des Haber-Bosch-Verfahrens - in Oppau (Jahresproduktion: 7.200 Tonnen Ammoniak; jetzt: 875.000 Tonnen Ammoniak). Aufnahme der Produktion von Düngemitteln. 1914 Eröffnung des Agrarzentrums Limburgerhof: Beginn der industriellen Agrarchemie in Deutschland. 1914-1918 1. Weltkrieg: Integration in die Rüstungswirtschaft. 

Herstellung von Ammoniak und Salpeter als Ausgangsstoffe für die Sprengstoff- und Schießpulverproduktion sowie von Vorprodukten für die Giftgaserzeugung. 

Nach dem 1. Weltkrieg Weitgehende Demontage der Produktionsanlagen der BASF und Beschlagnahme der Patente. Das Monopol auf viele von der BASF entwickelte Farbstoffe ging verloren. Es folgte eine Unternehmenskrise. 
1921 21. September: Katastrophale Explosion des Oppauer Stickstoffwerks mit 565 Toten und der Zerstörung von großen Teilen der angrenzenden Wohngebiete. 1923 Einführung des „Anilindollar“ als Zahlungsmittel durch die BASF auf dem Höhepunkt der Inflation in der Weimarer Republik. Es sollte die Angestellten vor den Folgen der galoppierenden Geldentwertung schützen und etablierte sich für kurze Zeit als Ersatzwährung in der Region um Ludwigshafen. 1923 Erstmaliges Gelingen der Methanolsynthese durch den Chemiker Matthias Pier im Werk Ludwigshafen. 1924-1925 

Gründung der I. G. Farben AG 

durch Fusion der Hoechst AG, Cassella und Kalle & Co. AG, Bayer, BASF, Agfa, Griesheim Elektron und Weiler-ter-Meer. Vorstandsvorsitzender: Carl Bosch und Carl Duisberg wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Die Mitarbeiterzahl lag 1924 bei etwa 80.000 (größte Chemieunternehmen dieser Zeit). Hauptgrund: Zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten und wachsende internationale Konkurrenz vor allem durch die Vormachtstellung des amerikanischen Chemiekonzerns DuPont. 1926 Beginn mit der Kohlehydrierung (nach dem Bergius-Pier-Verfahren) zur Herstellung von Benzin aufgrund der stark wachsenden Automobilindustrie. 1930 Durchbruch bei der Kautschuk-Synthese („Buna“ war einer der ersten synthetischen Kautschuke). 1930er Jahre 

Weltweite Marktführerschaft in der Stickstoffchemie. 

1932 Zusammenarbeit mit der AEG auf dem Gebiet der magnetischen Tonaufzeichnung. Ab 1933 Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet die I. G. Farben zunehmend unter politischen Einfluss und wurde zu einem Staats- und Kriegskonzern umgebaut. 1938 Entwicklung des Polyamids „Perlon“ durch Paul Schlack als Konkurrenz zu dem 1935 vom US-amerikanischen Chemiekonzern DuPont patentierten „Nylon“. 1939-1945 2. Weltkrieg: Produktion der I. G. Farben für die Kriegswirtschaft sowie Unterstützung der Rekrutierung von Zwangs- und Fremdarbeitern und der Ausbeutung von KZ-Häftlingen. 1941-1945 

Herstellung von Zyklon B (Giftgas) 

durch die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Beteiligungsverhältnisse: I. G. Farben 42,5 %, Degussa 42,5 % und T. Goldschmidt 15 %): 

Einsatz zur industriell organisierten Massenermordung von Häftlingen in den Gaskammern von Auschwitz, MajdanekSachsenhausen u.a. 

1942-1945 Betrieb einer Fabrik in der Nähe der polnischen Stadt Monowitz mit angeschlossenem Arbeitslager zur Produktion des synthetischen Kautschuks Buna, der die deutsche Rüstungsindustrie von importiertem Naturkautschuk unabhängig machen sollte. Das Lager Buna/Monowitz war ein Nebenlager des Lagerkomplexes Auschwitz

1945 Keine vollständige Zerschlagung der I. G. Farben 

in den westlichen Besatzungszonen aufgrund der guten Geschäftsbeziehungen des Konzerns vor allem mit der amerikanischen Exxon und dem Chemiekonzern DuPont, mit dem seit Beginn der 1930er Jahre eine Überkreuzverflechtung bestand. 1947-1948 Anklage von 23 leitenden Vertretern der I. G. Farben („I.G.-Farben-Prozess“, 13 wurden zu Haftstrafen verurteilt). 

1950 Zerschlagung der I. G. Farben 

gemäß Verfügung der Allierten in elf Unternehmen: Agfa, BASF, Cassella GmbH, Chemische Werke Hüls AG, Bayer AG, Hoechst AG, Duisburger Kupferhütte AG, Kalle & Co. AG, Dynamit AG, Wasag Chemie AG und Mainkur AG. 1950er und 1960er Jahre Neuaufbau der BASF mit der Herstellung von Kunststoffprodukten (Styropor) und Petrochemie sowie das PA 6 Perlon (von den I. G. Farben entwickelt) beziehungsweise Nylon (PA 6.6 1935 von DuPont entwickelt), Polyethylen und Polyvinylchlorid. 

Systematischer Aufbau von Produktionsstätten im Ausland 

(Frankreich, Belgien, GroßbritannienSpanienVereinigte Staaten, aber auch in MexikoArgentinien und Brasilien sowie in Japan und Australien. Mitte der 1960er Jahre 

Verstärkung der Produktionspalette um verbrauchernahe und höherveredelte Erzeugnisse 

wie Lacke (heute BASF Coatings AG) und der Herstellung von Audio- und Videokassetten, Speichermedien für die EDV sowie Druckplatten für das graphische Gewerbe. 1965 Umsatz von 4,05 Milliarden DM, 56.000 Mitarbeiter. Ab 1968 Aufbau eines eigenen Pharmabereichs: Medikamente gegen Störungen des Zentralnervensystems, Blut-, Herz- und Kreislaufveränderungen und Infektionskrankheiten. 
1969 Gründung der Kali und Salz GmbH. 1970er Jahre Zukäufe zur Herstellung der chemischen Grundprodukte Ethylen- und PropylenoxidPolyurethan und Acetal-Copolymerisat. 1977 Inbetriebnahme der weltgrößten Anlage zur Herstellung von Acrylsäure, einem wichtigen Vorprodukt unter anderem zur Klebstoffproduktion (Marktführerschaft). 

1978 Vollständiger Kauf der Dow Badische Chemical Company. 

1982 Entwicklung des Riechstoffsortiments nach eigenem Verfahren, die als Grundlage für Seifen und Waschmittel dienen. 1985 Verdoppelung des Nordamerikageschäfts durch den Erwerb der Faserverbundwerkstoffproduktion von Celanese. 1990er Jahre Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube verfolgte die weitere 

Internationalisierung und Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Pflanzenschutz und Ernährung sowie Öl und Gas. 

2000 Kauf des Pflanzenschutzgeschäfts der American Home Products Corporation für 3,8 Milliarden US-Dollar. Der Bereich Lebensmittelchemie wurde durch den Erwerb des Vitamingeschäfts der Takeda Chemical Industries Ltd. aus Japan erweitert (damit zweitgrößter Vitaminhersteller der Welt). 
2001 Verkauf des Pharmageschäfts an die Abbott Laboratories Inc. Bis 2003 verringerte die BASF ihre Beteiligung an der K+S AG (früher Kali und Salz GmbH) schrittweise auf 10 %. 2004 Strategieplanung BASF 2015 durch den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Hambrecht

Auffrischung und Vereinheitlichung der weltweiten Marktpräsenz mit einem leicht veränderten Logo und dem Motto BASF – The Chemical Company. 

2006 Übernahmen der Bauchemieaktivitäten der Degussa AG für 2,2 Milliarden Euro sowie der Engelhard Corp. für 3,8 Milliarden Euro (größte Übernahme der Unternehmensgeschichte; Katalysatorenmarkt) und des US-Harzspezialisten Johnson Polymer für 379 Millionen Euro. 2008 Kauf des Schweizer Spezialchemieunternehmens Ciba AG. 2010 Übernahme von Cognis für 3,1 Milliarden Euro. 2016 Kauf des Spezialchemieunternehmens Chemetall GmbH. 

2019 Unterteilung des Konzerns in sechs Segmente: 

Chemikalien (Anorganika, Petrochemikalien und Zwischenprodukte), Kunststoffe (Performance Polymers und Polyurethane), Veredelungsprodukte (Dispersions & Pigments, Care Chemicals, Paper Chemicals und Performance Chemicals), Functional Solutions (Catalysts (Katalysatoren), Construction Chemicals und Coatings), Pflanzenschutz und Ernährung (HerbizideInsektizide und Fungizide, sowie VitamineSäuren und Pigmente) und Öl und Gas (Exploration, Förderung und Transport sowie Speicherung und Handel mit Erdgas und Erdöl).