10. Februar 2019

RWE Aktie - Chart Dividende Geschichte

Der Kauf einer Aktie von RWE ist eine Beteiligung am - nach Umsatz gemessen - zweitgrößten Energieversorger Deutschlands, ebenfalls führend in den Niederlanden (seit der Essent-Übernahme) und auch vertreten in Großbritannien, Belgien, Österreich, Tschechien, Osteuropa und der Türkei.
Dividende
Die Dividende pro RWE-Aktie betrug 1,50 Euro je Aktie in 2017 (davon 1,00 Euro Sonderausschüttung). Die Auszahlung erfolgte in 2018.

Termin für die RWE-Hauptversammlung: 3. Mai 2019. Die Aktionäre stimmen dort über die Höhe der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 ab. Die erwartete Auszahlungshöhe pro RWE-Aktie beträgt 0.70 Euro je Aktie. Die Auszahlung erfolgt in 2019.


RWE - Aktienchart

RWE - weitere Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

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RWE - Geschichte

1898 25. April: Gründung der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG in Essen. 

Übernahme der Verpflichtung zur Energieversorgung der Stadt Essen von der Muttergesellschaft Elektrizitäts-AG, vormals W. Lahmeyer & Co. 

1898-1914 Rasche Expansion unter der Leitung von Hugo Stinnes zu einem der größten Stromversorger in Deutschland 

durch niedrige Preise und Ausweitung des Absatzes. 

Stinnes Erfolgsrezept: Verstromung der Steinkohle am Standort, gleichmäßiger Absatz der Steinkohle und Verringerung der Lastspitzen der Kraftwerke – unter Beteiligung der Kommunen als Finanzierer und Abnehmer. 1914 Übergang zur Verstromung der Braunkohle im Goldenbergwerk (Großkraftwerk). 

1914-1918 Weitere Expansion nach der großen Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten im Ersten Weltkrieg - im Verbund zentraler Kraftwerke.

1920er Jahre Aufbau der Nord-Süd-Leitung (Verbundleitung auf Höchstspannungsebene) unter Arthur Koepchen: Tagsüber floss Strom der Wasserkraftwerke nach Norden, nachts Braunkohlestrom nach Süden, um Wasser in die Speicherkraftwerke zu pumpen. 

1927/29 Festlegung des RWE-Versorgungsgebiets mit den anderen Stromversorgern („Elektrofrieden“). 

1930er Jahre Marktstrukturkrise durch die Überdimensionierung der Großkraftwerke in den 1920er Jahren löste sich durch die energieintensive Aufrüstung der Wehrmacht. 

1935 Bestätigung des RWE-Versorgungsgebiets im Energiewirtschaftsgesetz. Ende der 1930er Jahre Zunehmender Konflikt des gemischtwirtschaftlichen Unternehmens durch zentralwirtschaftliche Tendenzen des NS-Regimes. 

1950er Jahre Durch die Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg stieg RWE zum mit Abstand größten Energieversorgungsunternehmen der Bundesrepublik auf. 

Bis Ende der 1960er Jahre Weiterhin Verbundwirtschaft aus Wasserkraft und Braunkohlestrom. 

1969 Wechsel der Unternehmensstrategie: Erzeugung von Atomstrom durch Bau des Kernkraftwerks Biblis A. 

1970er Jahre Öffentliche Auseinandersetzungen mit der Anti-Atomkraft-Bewegung um die Neubauten von Kernkraftwerken in Kalkar und Mülheim-Kärlich prägten das Image als Exponent der Kernenergie.1980er Jahre Schwefeldioxidausstoß der RWE-Braunkohlekraftwerke gerät durch die Debatten um das Waldsterben in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. 

1990 Umbenennung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG in RWE AG. 

Operative Geschäft des Mischkonzerns besteht aus fünf Unternehmensbereichen: Energie; Bergbau und Rohstoffe; Mineralöl und Chemie; Entsorgung; Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau. Die führenden Gesellschaften sind: RWE Energie, Rheinbraun, RWE Dea, RWE Entsorgung, Rheinelektra und Lahmeyer. 1990 Konsortium(mit RWE) erwirbt fast die gesamte ostdeutsche Stromwirtschaft. 1990er Jahre Tätigkeit in der Telekommunikationsbranche mit RWE Telliance (1997 aufgegangen in o.tel.o). 2000 Fusion von RWE mit den Vereinigten Elektriziätswerken Westfalen (VEW) mit dem gleichzeitigen Erwerb der Vorzugsrechte kommunaler Anteilseigner. 

2000er Jahre Konzentration auf die beiden Energieträger Strom und Gas: Entwicklung zu einem europäischen Konzern. 

Reduzierung langjähriger Finanzbeteiligungen (z.B. Hochtief, Heidelberger Druckmaschinen). 2004 Einleitung des Ausstiegs aus dem Entsorgungs-Geschäft mit dem Verkauf von RWE Umwelt an Remondis. 2005 Einleitung des Ausstiegs aus dem Wasser-Geschäft mit der Veräußerung des Wassergeschäfts von RWE Thames Water (Großbritannien) und American Water (Nordamerika). 2008 Börsengang von Thames Water. 2008 Koordinierung der Gasaktivitäten durch den Midstream-Bereich (zB. Gaseinkauf, Gastransport, Gasspeicherung). 2009 Übernahme von Essent (Energieversorger, Niederlande). 

2010 Bundesregierung beschließt nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima den Atomausstieg. 

RWE Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann war ein Verfechter der Kernenergie. 2011 Klage von RWE gegen die Abschaltung von Kernkraftwerken. 2012 Wende in der Unternehmensstrategie durch den neuen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium: 

Ausstieg aus der Kernenergie und Ausbau der erneuerbaren Energie

(wurden vorher lange Zeit bekämpft). Entscheidener Einfluß ist die energiepolitische Festlegung Deutschlands zum Ausbau der erneuerbaren Energien und der CO2-Reduktion. 2013 RWE-CO2-Ausstoß beträgt 163 Mio Tonnen (damit größter CO2 Emittent in Europa). 2013 Ausweis eines Bilanzverlusts (erstmals seit der Nachkriegszeit): Sparprogramm mit Streichung von 10.400 Arbeitsplätzen bis 2016. 2015 Probleme mit dem Abrechnungssystem in Großbritannien führen zu einem Verlust von 200.000 Kunden. 2015 1. Dezember: 

Neustrukturierung durch Bündelung der Erneuerbaren Energie, der Stromnetze und dem Vertrieb in der Innogy-Tochter 

(RWE hält 70%igen Anteil, geleitet von Terium bis 2017). Diese Aufspaltung bündelt auch die Risiken der Stromerzeugung aus Kohle und vereinfacht einen möglichen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. 2016 Anerkennung einer angemessenen Entschädigung für E.ON, RWE und Vattenfall für das Abstellen der Atomkraftwerke in 2011 durch das Bundesverfassungsgericht.

2017 Vorstandsvorsitzender ist Rolf Martin Schmitz.

Die gewachsene, traditionelle RWE-Unternehmenskultur ist stark von der Verwurzelung im rheinischen Bergbau und der Montanmitbestimmung geprägt. 

Sie ist konsensorientiert und bürokratisch mit wechselseitiger Einflussnahme durch und auf kommunale Anteilseigner. 2017 Politischer Hintergrund: Bundesregierung will bis 2050 einen 80%igen Stromanteil aus erneuerbaren Energien. 

RWE: „Braunkohle kann bis 2050 einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. 

RWE positioniert sich als Gegner eines (Braun-)Kohleausstiegs. 

RWE hat noch einen großen Rückhalt in der (Landes-)Politik. 

RWE fordert für die Abschaltung der Braunkohlekraftwerke (führt zur Reduktion der CO2-Emissionen) die Einrichtung eines Kapazitätsmarkts, der durch eine Umlage finanziert wird. 2017 Überführung einiger RWE-Braunkohlekraftwerke in eine Sicherheitsbereitschaft zur Gewährleistung der Stromversorgung bei Engpässen (dafür erhält RWE eine Vergütung).


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