10. Februar 2019

Pernod Ricard Aktie - wesentliche Informationen

Die französische Aktie von Pernod Ricard ist eine Beteiligung am - nach Diageo - zweitgrößten Spirituosen-Produzenten weltweit. Im Portfolio befinden sich so bekannte Marken wie Chivas Regal, Ballantine's, Martell, Jameson, Glenlivet, Havana Club, Kahlua und Ramazotti.

Pernod Ricard - Aktienchart

Pernod Ricard - Kennzahlen
(aus dem Geschäftsbericht)

Pernod Ricard - Geschichte

1797 Familie Henriod verkauft ihr Absinth-Rezept an Daniel Henri Dubied. Eröffnung einer Absinth-Distillerie in Le Locle (Schweiz) durch Dubied, seinem Sohn Henri Edouard und seinem Schwiegersohn Henri-Louis Pernod

1805 Gründung des Pernod Fils-Unternehmens mit Eröffnung der Absinth-Distillerie Maison Pernod Fils in Pontarlier (Frankreich) durch Henri-Louis Pernod. Produktion von 400 Litern. Pernod-Fils wurde bis 1915 zum Synonym für Absinth (ursprünglich Wermut). Um 1830 Hoffnung der Bekämpfung von schlechtem Trinkwasser und Malaria führte zu Absinth-Produktionssteigerung bei Pernod auf jährlich 20.000 Liter.

1850 Tod von Henri-Louis Pernod. 

Um 1860 Etablierung von Absinth in Frankreich im Alltagsleben. 1871 Eröffnung der Distillerie Hémard in Montreuil (Frankreich) durch Ariste Hémard. 1872 Gründung der Société Pernod Père & Fils in Avignon durch  Jules-François Pernod. 1901 Zerstörung der ursprünglichen Absinth-Distillerie Maison Pernod Fils durch Feuer. 1915 Verbot der Produktion von Absinth in Frankreich.

Erstmalige Herstellung von Pernod auf Basis von Anis durch Jules Francois Pernod. 

1922 Erlaubnis von Pastis in Frankreich, einer Nachahmung von Absinth. 1926 Vereinigung der drei Distillerien Maison Pernod Fils, Hémard und Société Pernod Père & Fils zu Les Établissements Pernod. 

1932 Einführung von Ricard, dem „echten Pastis“ durch Paul Ricard.

1940-1944 Verbot der Produktion von Pastis in Frankreich durch das Vichy-Regime. 1950er Jahre Produktion von einem der ersten französischen Farbfilme („La Maison du Printemps“) durch Paul Ricard. 
1951 Einführung von Pastis 51 durch Les Établissements Pernod. 1965 Übernahme der Distillerie Rousseau, Laurens et Moureaux“ mit dem Likör Suze durch Les Établissements Pernod. 1966 Kauf von Biscuit (Cognac) durch Paul Ricard. 1968 Abgabe der Führung des Unternehmens von Paul Ricard: 15%iger Unternehmensanteil hat Wert von 104 Millionen US-Dollar. 1970 Bau des Circuit Paul Ricard (14-malige Formel 1-Rennstrecke). 1971 Krach zwischen dem designierten Nachfolger und ältesten Sohn Bernard Ricard und Paul Ricard („cholerisches Marketing-Genie“). Bernard Ricard verkauft im Streit seine Aktien an Pernod.

1974 Fusion von Pernod und Ricard zu Pernod Ricard.

Kauf von Campbell Distillers (Whisky) mit White Heather und Aberlour. 1976 Kauf von Cusenier (Likör) beinhaltet Vertrieb in Argentinien von den Marken CuttySark, Gilbey’s Gin u.a. Kauf von Dubonnet (Aperitif).

1978 Unternehmenschef von Pernod Ricard wird Patrik Ricard, der älteste Sohn von Paul Ricard. Strategie:

Wachstum durch internationale Zukäufe, starke lokal verankerte Marken („der Wert einer Marke liegt in ihren Wurzeln“), effiziente Vertriebsstrukturen, dezentrales Management und weltweites Marketing.

1980 Übernahme von Austin Nichols  mit Wild Turkey (Bourbon). Marketingkampagne in Großbritannien, Spanien und Deutschland. 1981 Übernahme des Vertriebs in Großbritannien durch Kauf von J.R. Parkington. Ab 1982 Kauf von Unternehmen zur Fruchtzubereitung: Kauf eines 66%igen Anteils an SIAS-MPA (1982), Flavors From Florida (1984), San Giorgio Flavors (1987) u.a. 1983 Kauf von Orangina. Vertrieb von Orangensäften wie Fruidam, Banga, Pampryl u.a. 1984 Einführung von Clan Campbell in Frankreich.

1985 Kauf von Ramazotti 

(Bitter aus Italien). Minderheitsanteil an Heublein: Eintritt in internationale Märkte wie Japan, Brasilien sowie verbesserter US-Vertrieb. 1988 Übernahme der Irish Distillers mit Jameson, Paddy und Powers (Irischer Whiskey): Besitz sämtlicher irischer Whisky-Brennereien.
Kauf von Yoo Hoo Industries (Schokoladengetränk). 1989 Verlust der Coca-Cola-Vertriebsrechte in Frankreich: 20%iger Umsatzrückgang. Übernahme von Orlando Wines mit Jacob’s Creek (Wein aus Australien). Kauf der Glenallachie-Brennerei. 1990 Kauf von Wyndham Estate. Bildung der Orlando Wyndham Group (Wein). 1993 Absatzrückgang durch Marktanteilsverluste bei Pastis u.a.

50%iger Anteil am Joint Venture mit der kubanischen Regierung zum internationalen Vertrieb von Havana Club (Rum aus Kuba) 

mit Ausnahme der USA. Rechtsstreit mit Bacardi um Markenrechte an Havana Club. 1994 Übernahme von Altai (russischer Wodka).

1995 Anteil der nicht-alkoholischen Getränke beträgt 50 Prozent, aber keine Erzielung von Marktanteilsgewinnen.

Investitionen in Nischen-Getränke wie Somagnum (Portugal) in 1994, El Muco Bebidas (Venezuela) in 1996 und in 1997 von EPOM (Ouzo aus Griechenland), Larios (Gin, Brandies, Weine aus Spanien) und Jan Becher (Becherovka aus Tschechien). 1997 Tod von Paul Ricard. Familie Ricard besitzt 40% der Aktien von Pernod Ricard und 50% der Stimmrechte: Paradebeispiel für Frankreichs erfolgreichen Familienkapitalismus. 1999 Übernahme von Yerevan (Brandy aus Armenien). 2000 Kauf von Viuda de Romero (Tequila aus Mexiko). 2000-2001 Verkauf der Unternehmen zur Fruchtzubereitung. 2001 Übernahme von Wyborowa (Wodka aus Polen): Älteste international vertriebene Wodka der Welt.

Übernahme von Seagram (mit Diageo): 

Cognacs (Martell, Bisquit, Renault), Whiskeys (Chivas Regal, The Glenlivet, Glen Grant, Longmorn, Strathisla, Benriach, Royal Salute, 100 Pipers, Something Special), Macieira-Brandy, Natu Nobilis, Montilla (Lateinamerika), Royal Stag (Indien), Hiram Walker (Likör), Seagram’s Gin sowie Vertriebsrechte für Absolut (Wodka) und Mumm (Sekt). Abgabe von Larios (Gin).

Nummer 3 des weltweiten Spirituosenmarkts. 

Verkauf aller alkoholfreien Getränke. 

2004 Feier zum 30-jährigen Bestehen: Familie Ricard kontrolliert 12% der Aktien und 19 Prozent der Stimmrechte. Zwölf Marken bringen 60 Prozent des Gewinns: Chivas Regal bringt das meiste Geld und Ricard das größte Volumen. Kauf von Framingham (Weine aus Neuseeland).

2005 Übernahme von Allied Domecq mit Fortune Brands

mittels Kapitalerhöhung: Übernahme der Marken Beefeater (Gin), Stolichnaya (Wodka), Ballantines (Scotch), Kahlua (Likör), Tia Maria (Likör), Malibu (Rum), Perrier Youet (Champagner) sowie Weine wie Montana (Neuseeland), Mumm (Napa Valley, USA) und Bodegas y Bebidas (Spanien).
Verdopplung im Volumen:

Weltweite Nummer 2 in Wein & Spirituosen. 

Verkauf von Glen Grant aus wettbewerbsrechtlichen Gründen. Bildung von Pernod Ricard Pacific (Wein). Verkauf von Dunkin Brands (Restaurants des Allied-Domecq-Konzerns).

2008 Kauf von Vin & Spirit mit ABSOLUT Wodka („Vorzeigemarke Schwedens“) 

und Plymouth (Gin). Übergabe von Patrick Ricard an Pierre Pringuet. 2009 Verkauf von Tia Maria, Wild Turkey, American Honey und Biscuit (Cognac). Kapitalerhöhung. 2010 Bildung von Pernod Ricard Winemakers (ehemals Premium Wine Brands).

2012 Tod von Patrick Ricard. 

Pierre Pringuet wird Unternehmenschef (erstes Nicht-Familien-Mitglied). 2014 Kauf von Kenwood Vineyards (Wein; USA). Kauf eines Mehrheitsanteils an Avion Spirits (Premium-Tequila). Kostensenkungsprogramm.

2015 Alexandre Ricard (dritte Familiengeneration) wird Unternehmenschef:

Strategie: Steigerung des  Umsatzes durch beschleunigte Innovationen, Stärkung der Premium-Spirituosen, zunehmender Verkauf in Afrika (Whiskys u.a.), Zukäufe. Keine Vorliebe für spezielle Marken. 2016 Übernahme der Mehrheitsanteile von Monkey 47 (Gin; Deutschland).