Heineken - Aktie

Mit dem Kauf der Aktie von Heineken beteiligt man sich am zweitgrößten Bierhersteller der Welt.

Heineken - Aktienchart

Buchempfehlung
Die Geschichte des Bieres ist die Geschichte unserer Zivilisation - seit der Jungsteinzeit. Aber auch wer, wann und warum Bier konsumiert wurde, hat sich im Laufe der Jahrhunderte permanent geändert. 
Bier: Eine Geschichte von der Steinzeit bis heute

 Heineken - Geschichte

1864 Gerard Adriaan Heineken kauft am 15. Februar 1864 mit Unterstützung seiner Mutter im Alter von 22 Jahren die Brauerei De Hooiberg (The Haystack, gegründet in 1592) im Zentrum Amsterdams – damals die größte der Gegend. 1868 Bau einer neuen Brauerei in Amsterdam am Buitensingel. Schließung von de Hooiberg
1869 Gerard Heineken entscheidet anstatt dem bisherigen untergärigen Bier jetzt obergäriges Bier herzustellen. Dieses führt zu klarerem und reinerem Bier, welches länger haltbar ist. Dieses neue Bier wird bekannt für seine Qualität ('Gentleman's Beer' anstatt 'Workman's Ale'). Durch eine aggressive Preispolitik gelang es Heineken, sich bis 1912 gegen härteste Konkurrenz auf dem heimischen Markt durchzusetzen. 1873 Gründung von Heineken's Bierbrouwerij Maatschappij N.V. (Heineken Breweries; HBM). Gerard Adriaan Heineken wird Präsident. Der Name 'Haystack' wird durch Heineken ersetzt.
1874 Fusion mit den Oranjeboom Brauereien mit anschließenden Bau einer der modernsten Brauereien dieser Zeit in Rotterdam.

1875 Heineken Bier gewinnt eine Goldmedaille bei der Weltausstellung in Paris. 

1876 Beginn des Bierexports nach Frankreich. Heineken expandiert und ringt um eine Balance zwischen Marktkonzessionen und dem eigenen Anspruch an höchste Bierqualität mit dem entsprechenden Preis. Durch Gerard Adriaan Heineken's Philiosophie “Ein gutes Produkt zeigt sich allein durch ihren Gebrauch”, verzichtet das Unternehmen weitestgehend auf Werbung. Entwicklung einer neuen Kühltechnik durch Carl von Linde ermöglicht das dauerhafte Brauen von Bier auf dem gleichen Qualitätslevel. 1879 Dr. Elion erforscht im Auftrag von Heineken die Bierhefe. Dies führt zur “Heineken A-Yeast“, welche einen konstanten Biergeschmack trotz unterschiedlichen Klimas ermöglicht. 1880 Die Absatzmenge von Heineken beläuft sich auf 64.000 Hektorliter. Das Unternehmen ist der größte Exporteur Frankreichs. 1890 Installation von elektrischem Licht. 

1893 Tod von Gerard Adriaan Heineken. Unter der Ägide von ihm und Wilhelm Feltmann ist Heineken Breweries innerhalb der ersten 20 Jahre zu einem weitverzweigten Konzern geworden. 

Es wurde die Basis für zukünftige Expansion geschaffen. 1894 Ende einer Epoche. J.D.A. Petersen wird Präsident und setzt sich gegen den Sohn des Masterbrauers Wilhelm Feltmann durch. Später heiratet Petersen Mary Tindal, die Witwe von Gerard Adriaan Heineken, und wird der Stiefvater des achtjährigen Henry Pierre Heineken. 

Erst 2014 wird bekannt, dass Henry Pierre Heineken das Produkt einer Affäre zwischen Petersen und Tindal ist. Henry Pierre Heineken ist somit kein Mitglied der Heineken-Familie. 

1899 Beginn von Konflikten um Arbeiterrechte. Petersen sucht den Dialog und einigt sich mit den Arbeitern auf verbesserte Arbeitsbedingungen. 1900 Heineken Bier wird mit einem Spezialpreis der Jury in Paris geehrt. Bierabsatzmenge steigt auf 200.000 Hektoliter. 1901 Aufrufe zum Streik führen zur Steigerung des Mindestlohns und zu Überstundenlöhnen. 1904 Einführung des arbeitsfreien Sonntags. 1909 Einführung der 54-Stunden-Woche und 4 Tagen Urlaub pro Jahr in Rotterdam. Dafür bekommen Arbeiter keine 4 Liter Bier mehr pro Woche kostenlos. 1912 Verstärkter Konkurrenzdruck zwischen den wesentlichen niederländischen Brauereien. Heineken reagiert mit Preissenkungen und der Konzentration auf den On-Premise-Verkauf (Restaurants, Gaststätten, Kneipen).

1914 Henry Pierre Heineken - Mitglied der zweiten Familiengeneration – übernimmt die Führung des Unternehmens. Er und sein Team repräsentieren eine neue Generation von Managern mit einem Führungsstil, der von Sozialverträglichkeit und Vorausschau geprägt ist.
1915(?) Henry Pierre Heineken trifft auf der Schiffsreise nach New York den Barmann Leo van Munching, den er einstellt und der den Heineken-Vertrieb in den USA übernimmt. Van Munching verkauft Heineken-Bier an gehobene Restaurants, Gaststätten und Hotels.

1920 Prohibition in den USA stoppt den US-Vertrieb. 1923 Gründung eines Pensionsfonds für Beschäftigte. 

1927 Kauf der Brasserie Leopold in Brüssel. 1928 Bei den Olympischen Spielen in Amsterdam erzeugt ein Flugzeug Werbung von Heineken – initiert von Peter Feith, dem Chef der Export-Abteilung. 

1929 Während der Weltwirtschaftskrise erfolgt eine enorme internationale Expansion (u.a. Beginn von Exportverkäufen in den USA und in Asien) unterstützt durch technische Fortschritte. Es wird kein Personal entlassen.

Frührente ab 58 Jahre wird ermöglicht. 1931 Heineken geht das erste von vielen noch folgenden Joint-Ventures in Ländern ein, welche vorher exportiert wurden. Mit Fraser&Neave wird in Singapur die Malayan Breweries Limited gegründet. Die daraus hervorgegangene jetzige Asia Pacific Breweries operiert mittlerweile in China, Süd-Ost Asien und Neuseeland). Beteiligung am Bau der Surabaya-Brauerei (Indonesien). Absatzmenge des Heineken-Konglomerats: 200.000 Hektoliter. 1932 Bau einer Pilotbrauerei in Rotterdam. Darin lassen sich z.B. bisherige Praktiken von gekauften oder beteiligten Brauereien überprüfen. 1933 Nach Aufhebung der Prohibition in den USA ist Heineken das erste wieder importierte Bier. 1935 Kauf einer Brauerei in Java und im Belgischen Kongo sowie zweier Brauereien in Ägypten. 1937 Gründung der “Heineken Foundation for Personnel“ zur zusätzlichen Unterstützung von Beschäftigten während der Großen Depression.

1939-1945 Der zweite Weltkrieg beeinträchtigte wiederum das US-Geschäft, denn van Munching wurde von der US-Navy eingezogen.

1939 Börsennotierung von Heineken. 

Die “Foundation of the Central Brewery Organisation” wird gegründet, initiert von Heineken. Es soll gewährleisten, dass die Brauereibranche während des Weltkriegs einheitlich auftritt und deren Beschäftigte vor willkürlichen Schließungen u.a. schützen. Der Weltkrieg führt zu einer kontinuierlichen Abnahme der Bierqualität und –quantität wegen mangelnder Rohmaterialien.

1940 Henry Pierre Heineken verläßt die Unternehmensführung von Heineken, verbleibt aber im Unternehmen bis 1951. 

1942 Alfred Henry “Freddy” Heineken, Enkel des Gründers Gerard Adriaan Heineken und Sohn von Henry Pierre Heineken (2014 revidiert) wird mit 18 Jahren offiziell eingestellt. Freddy Heineken führt die Expansion weiter (Motto: Bier kann reisen). 1945 Van Munching kehrt zu Heineken zurück und gründet die Van Munching and Company, Inc. Er etabliert ein Vertriebssystem für die gesamte USA.

Seit dieser Zeit ist der US-Markt enorm wichtig für den Heineken-Konzern. Er wird zum größten Absatzmarkt nach den Niederlanden.

Heineken-Bier wird mit der Zeit auch das wichtigste Importbier in Japan, Kanada und Australien. 1945-1948 Henry Pierre Heineken schickt seinen Sohn Alfred nach New York zu Van Munching. Dort belegt Alfred abends Werbungs- und Marketing-Unterricht, erkundet New York zu Fuß und über Tag gehört er dem Verkaufsteam an. 1948 Rückkehr von Alfred Heineken in die Niederlande markiert den Beginn einer neuen Ära:

Werbekampagnen sollen eine Bindung der Konsumenten mit der Marke Heineken herbeiführen (höhere Umsätze). Diese Einsicht zieht erste Werbemaßnahmen und die Flaschenbeschriftung nach sich und ist der Beginn einer effizienten globalen Marketingstrategie. 

Er erkennt den neuen Lifestyle durch elektrische Kühlschränke und moderne Supermärkte (take-home-Markt). Heineken-Bier wird jetzt auch in Einkaufsläden verkauft und es gibt Werbung im Radio. Werbung war vorher unnötig, denn die Gaststätten, Hotels u.a. hielten sich an Brauereien mit denen sie gute Erfahrungen gemacht hatten. 1949 Die Niederlande erkennt die Souveränität von Indonesien an. Die Surabaya Brauerei wird zu Heinekens Indonesian Brewery Company. In Nigeria wird die erste von vier Brauereien errichtet (die vierte eröffnete in 1982).

1950er Jahre Die Firma hat Absatzprobleme auf dem heimischen Markt und wird durch die ausländischen Märkte gestützt. Die Marke Heineken expandiert aufgrund der zunehmenden  Popularität international stark.

1952 Bildung der L’Arche Green. Haupteigentümer des Heineken-Konzerns ist die Heineken Holding N.V. mit 50,005 %, die wiederum zu 58,78 % von L’Arche Green N.V. kontrolliert wird. L’Arche Green gehört zu 88,42 % den Nachkommen von Alfred Heineken. Die verbleibenden 11.58% von L'Arche Green N.V. werden von der Hoyer-Familie gehalten. 1953 Kauf des ältesten niederländischen Unternehmens „De Sleufel“ (The Key), welches Schwarzbier braut (gegründet 1433). Schwarzbier wird noch bis 1969 gebraut. 1954 Bau einer neuen Brauerei in Hertogenbusch. Heineken-Bier wird mit der Zeit zum marktbeherrschenden Importbier in den meisten Teilen der USA. Währungskursrisiken waren dabei unerheblich, denn Heineken verkaufte an van Munching in niederländischer Währung (Guilders). Das für die USA bestimmte Bier wurde in der Hertogenbusch-Brauerei gebraut. 1958-1972 Bau von vier Brauereien und zwei Soft-Drink-Fabriken in Zaire. Außerdem hatte Heineken Brauereien in Ruanda, Tschad, Angola, Republic of Congo, Ghana, Madagascar, und Sierra Leone.

Um 1960 Heineken expandiert weltweit und wird das meistverbreitete Bier in Afrika und hat insgesamt 4 Fabriken in den Niederlanden und 24 außerhalb.

Ägypten, Italien, Venezuela, Griechenland, Ghana, Angola, ehemalige Zaire u.a. Verfeinerung des visuellen Designs und Stärkung der Markenidentität mit einem klaren internationalen Logo. 1961 Eröffnung der Kumasi Brauerei in Ghana.

1963 Aufbau einer Abteilung zur Qualitätskontrolle 

(Heineken Technisch Beheer). Hohe Qualität war immer einer der Eckpfeiler Heinekens. Der Brauprozess von qualitativ mittelmäßigen Bieren dauerte normalerweise drei Tage und die Haltbarkeit lag höchstens bei einer Woche. Heineken dagegen braute sein Bier acht Tage und die Haltbarkeit erreichte sechs Wochen. Die Abteilung war in Zoeterwoude beheimatet und führte zudem Forschungen zu Rohmaterialien, Projektarbeiten u.a. sowie Geschmackstests durch, die später allen zum Heineken-Konzern zugehörigen Brauereien zur Verfügung standen. Gründung der Heineken Foundation: Förderung von Wissenschaften auf den Gebieten Biochemie u.a. 1967 Beginn von computerisierten Datenprozessen.

Ende der 60er Jahre Bis dahin konnte die heimische Marktstellung konsolidiert werden, nur um dann von ausländischen Brauereien, deren Märkte gesättigt waren, bedrängt zu werden. 

Dies geschah vor allem durch die Übernahme der niederländischen Konkurrenz durch ausländische Brauereien. Produktdiversifikation begann relativ spät in der Historie. Vorher lag der Schwerpunkt auf der Expansion von Märkten und Ländern. 1968 Übernahme von Amstel (gegründet: 1870) inclusive des Softdrink-Herstellers Vrumena (vertreibt Softdrinks und ist Pepsi-Abfüller). Amstel war die zweitgrößte Brauerei der Niederlande zu der Zeit. Sie braute als erste Lagerbiere. Durch den Kauf erwarb Heineken Minderheitsanteile an Brauereien in Surinam, Niderländischen Antillen, Jordanien, Libanon und Griechenland.

Erste Heineken-Werbung erscheint im Fernsehen.

1970 Eintritt in den Stout-Biermarkt durch den Kauf der James J. Murphy Brauerei (gegründet: 1856) und der Murphy's Irish Stout Marke; Biervolumen erreicht 11,3 Million Hektoliter. Die Brauerei produzierte Heineken Light Lager unter Lizenz. Weine, Alkohol (wie z.B. Bologna, Hoppe, Coebergh, Glenmark, Grand Monarque und Jägermeister) und Softdrinks wurden zunehmend wichtig für Heineken. 1971 Kauf der Bokma Distillerie. Bokma Genever war Hollands beliebtester Gin. Der Hauptsitz der zur Heineken’s Netherlands Wine and Spirits Group B.V. zusammengefassten Aktivitäten war die Distillerie in Zoetermeer. Freddy Heineken wird Chairman of the Executive Board. Heineken hat lediglich einen 2,7%igen Marktanteil im zersplitterten europäischen Biermarkt.

Generelle Strategie: Die Herstellung von Heiniken sollte – auch durch Vergabe von Lizensen - im jeweiligen Land unter Berücksichtigung lokaler Geschmäcker erfolgen, damit Heineken als „einheimisch“ wahrgenommen wird.

1972 Änderung des Unternehmensnamens von Heineken's Bierbrouwerij Maatschappij N.V. in Heineken N.V. Mehrheitsanteil an ALBRA Group (Company l’Esperance), der drittgrößten Brauereigruppe Frankreichs. 

1973 100. Geburtstag des Unternehmens: Vergabe von 100.000 Niederländische Gulden an soziale Einrichtungen. 70er Jahre Internationale Expansion des Heineken-Biers durch Lizenzvereinbarungen zur Produktion in Sierra Leone und Trinidad (1972), Jamaica (1973), Norwegen und Schweden (1975), St. Lucia und Tahiti (1976), Haiti (1977), Irland (1978), Italien (Dreher, 1979) und Marokko (1980) und Erhöhung von Beteiligungen an bestehenden afrikanischen Brauereien. 1979 Inbetriebnahme der Brauerei in Zoetermeer (Niederlande). Komplett-Übernahmen von Dreher (Italien) und von der ALBRA Group (umbenannt in Heineken France). 1980 Eintritt in den kalorienarmen Biermarkt mit Amstel Light. Amstel-Biere wurden in mehr als 60 Länder verkauft. In den USA war Heineken-Bier in 70 Prozent aller Alkohol verkaufenden Läden erhältlich. Es wurde viel investiert, um das Image des Premium-Importbiers zu festigen. Dazu gehörte auch die Weigerung direkt in den USA zu brauen.

Amerikaner bevorzugen die Exklusivität des Importbiers und bezahlen dafür dann auch mehr. 

Heinekens Weltmarktanteil erhöhte sich zwischen 1977 und 1982 von 2,61 auf 2,82 Prozent. 1982 Scheitern zweier Erpressungsversuche gegen den Heineken-Konzern. Verlegung der Amstel-Brauerei nach Zouterwoude zur dortigen Heiniken-Brauerei. Übernahme der Brouwerij de Ridder in Maastricht (Niederlande). Heineken verdoppelt Beteiligungen an zahl-reichen Brauereien in Zentralafrika. Die Kirin Brauerei (Japan) braut Heineken unter Lizenz.

1983 Entführung von Alfred Heineken und seinem Chauffeur: Nach 21 Tagen und der Zahlung von Lösegeld (etwa 30 Millionen Guilders) wurden sie freigelassen.

1983-1986 Signifikante Investitionen in Sogebra S.A. (Societe Generale de Brasserie) zur Unterstützung des seit 1972 schwächelnden französischen Geschäfts. 80er Jahre Weitere internationale Expansion durch Lizenzvereinbarungen zur Produktion des Heineken-Biers in Griechenland und Südkorea (1981), Japan (1983) und Spanien (1988). Es wurden außerdem Beteiligungen an verschiedenen ausländischen Brauereien erworben: Minderheitsanteile an Cervejarias Kaiser S.A. (Brasilien; Coca-Cola-Abfüller; Marke: Kaiser; heute ist Cervejaria Kaiser die drittgrößte Brauerei Brasiliens) in 1983 an El Aguila S.A. (Spanien) in 1984 (aufgestockt auf 51.2 Prozent in 1986) und an Quilmes International (Bermuda) Ltd., welche wiederum Anteile in Argentinien, Uruguay, Paraguay und später auch in Chile hat. 1988 Joint-Venture mit Asia Pacific Breweries und der Mila Brewery in Shanghai (Besitzer der Reeb-Marke) sowie Einführung von alkoholfreiem Buckler-Bier in Frankreich, Spanien, Niederlande und Irland.

1989 Alfred Henry „Freddy“ Heineken verlässt den Aufsichtsrat mit 75 Jahren (Höchstalter für dieses Gremium). Heineken ist nunmehr zweitgrößter Bierbrauer weltweit und hat mit Heineken die weltweit meistverbreitete Biermarke geschaffen.

Die Unternehmenskernwerte – Topqualität, Achtung unterschiedlicher Kulturen und Sozialverträglichkeit – haben dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen immer wieder selbst erneuern konnte. 1990 Van Schaik wird Unternehmenschef (Chairman) und wollte nach Deutschland expandieren, dem mit Abstand meisttrinkenden Bierkonsumenten (nicht gelungen).

1990er Jahre Spezialitätenbiere waren in den USA populär, da viele weniger aber besseres Bier tranken. Davon konnte das Heineken-Bier profitieren, da es gehaltvoller ist als durchschnittliches amerikanisches Bier. 

Heineken wurden zum führenden Importbier der USA mit einem 20%igen Marktanteil in dieser Kategorie. 1991 Übernahme von Van Munching, dem US-amerikanischen Importeur durch den Heineken zur beliebtesten US-Importbiermarke wurde (später: Heineken USA). Die Umsatzerlöse in den USA trugen zwar nur 2,6 Prozent aller Umsatzerlöse, aber erbrachten 23 Prozent der in 1991 erwirtschafteten 435 Millionen US-Dollar Nettogewinn. Heineken-Bier war etwa um 50% teurer als das in den USA beheimatete beliebteste Bier (Budweiser).

Die Managementpraktiken änderten sich über die Jahre wenig. Die Heineken-Familie behielt die Kontrolle über nahezu alle Unternehmensaspekte. 

Das Unternehmen wurde geführt von einem von Ihnen ausgesuchten kleinen Team. Alfred Heineken besaß 50 Prozent der Aktien, führte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit um 1985 direkt. Er ging 1989 offiziell in Rente, war aber eng mit dem Unternehmen bis weit in die 90er Jahre über Aufsichtsratsmandate verbunden (bis 1995). Durch die Öffnung Europas (Fall der Berliner Mauer in 1989) wendet sich Heineken Osteuropa zu: Beteiligung an Komaromi Sörgyar (Ungarn) mit 50,3% (wird bis 1994 auf 100% erhöht). 1992 Weltweite Biervolumen (laut Forbes): 30 Milliarden Gallonen. Besonders starkes Wachstum in Lateinamerika und Asien. Mit Joint-Venture in Vietnam wird Heineken zum ersten ausländischen Bierproduzenten (Heineken und Tiger) mit Bau einer Brauerei nahe Ho Chi Minh City für 42,5 Millionen US-Dollar. Erste Exporte nach Russland. Bau von Brauereien in Thailand und Kambodscha.

1993 Karel Vuursteen wird Unternehmenschef: Fortführung der internationalen Expansion besonders in Lateinamerika, Osteuropa, Skandinavien und Mitteleuropa.

Einführung von Themenbars in Spanien (Tematicos Heineken Espana). Übernahme der Bündner Bierbrauerei Calanda Bräu (Schweiz) incl. Calanda Aqua (Mineralwasser). Erste Exporte nach China, welches nach den USA den zweitgrößten Biermarkt repräsentierte.
1994 Einstieg in Polen durch Erwerb von 24,9% (noch in 1994 auf 31,9% erhöht) an der polnischen Brauerei Zywiec für 40 Millionen US-Dollar, die eine führende Position im Premium-Biermarkt innehat (Produktionsmenge: 1,1 Mio. Hektoliter, 75 Marktanteil). Vereinbarung mit der Hainan Brewery für den Bau einer Brauerei auf Hainan Island (China). Insgesamt in China: Drei Exportbüros und Joint-Ventures an drei Brauereien (gebraut wird Tiger Bier). Joint-Venture in Kambodscha (gebraut wird Tiger und ABC Stout). Einstieg in Bulgarien durch Erwerb von 40% an der staatlichen Zagorka Brauerei (20% Marktanteil). Verkauf des überwiegenden Teils des Alkohol- und Weingeschäfts. 1995 Kauf von Interbrew Italia S.p.A. (Marken: Stella Artois, Classica von Wunster; damit steigt Marktanteil in Italien von 25 auf 30%) und eines Mehrheitsanteils von 66% an Zlatý Ba;afzant A.S., dem größten Brauer in Slowenien. Joint-Ventures in Myanmar (für Tiger Bier) und Bau einer Brauerei in Indonesien nahe Surabaya. 1996 Übernahme der Fischer Group (viertgrößter Brauer Frankreichs; damit 35%iger Marktanteil und Nr. 2) und von Birra Moretti (drittgrößter Brauer Italiens; Marken: Moretti, Sans Souci; damit 38%iger Marktanteil und Nr. 1; hohe einmalige Integrationskosten führen zu einem Gewinnrückgang). Auflösung des Joint-Ventures in Myanmar wegen der schlechten Menschenrechtslage (könnte Rufschädigung zur Folge haben). 1997 Die Marke Gambrinus wird im Bereich Themenbars eingeführt.

Späte 1990er Jahre Durch das verlangsamte Wachstum in entwickelten Ländern (USA, Europa) setzt eine weitere Konsolidierungswelle im globalen Biermarkt ein. Die finanziellen Krisen in Asien und Lateinamerika förderten diese noch.

1998 Eröffnung der Heineken-Universität. Heineken erhöht seinen Anteil an Zywiec auf 75% und führt Zywiec (mit dem populären EB) mit Brewpole zusammen. Heineken hat an dem mit einem 38%igen Marktanteil dann größten polnischen Brauer einen Anteil von 50%. Erwerb einer 25%igen Beteiligung an Pivara Skopje A.D. (Mazedonien; 70% Marktanteil). 1999 Biervolumen des Heineken-Konzerns: 90,9 Millionen Hektoliter. 

Heineken wird in den Niederlanden zur Marke des Jahrhunderts gekürt und Alfred Henry „Freddy“ Heineken als Marketer des Jahrhunderts ausgezeichnet. 

2000 Übernahme der Grupo Cruzcampo S.A., dem größten spanischen Brauer (wurde mit El Aguila zusammengeführt). Einführung der Cruz Blanca Marke (bei Themenbars). Heineken erhält King William I Preis für niederländisches Unternehmertum. Bis zum Jahr 2000 wurde der Heineken-Konzern zur Nummer 2 auf dem Bier-Weltmarkt mit einer Produktion von 98 Mio. Hektolitern. 

Heinekens Erfolg auf dem weltweiten Biermarkt begründet sich mit der 2-Säulen-Strategie des Exports seiner globalen Spitzenmarken (Heineken, Amstel, Murphy’s) und dem Zusammenführen mit starken lokalen oder regionalen Marken.

2001 Eröffnung der Heineken Experience. Veröffentlichung des Buchs „The magic of Heineken“. 2002 Tod von Alfred Henry „Freddy“ Heineken. 49,9%ige Beteiligung in Deutschland an der Brau Holding International mit den Marken Hacker-Pschorr, Kulmbacher und Paulaner.

2003 Vierte Familien-Generation in Form von Charlene de Carvalho-Heineken (Tochter von Freddy Heineken) übernimmt die Geschicke des Unternehmens. 

Übernahme der Brau-Beteiligungs-AG (BBAG) in Österreich für 2 Mrd. Euro mit einigen der bekanntesten österreichischen Biermarken wie Gösse, Zipfer, Kaiser, Wieselburger, Puntigamer, Schwechater, Edelweiß und Schlossgold (alkoholfrei). Damit baut Heineken seine Marktführerschaft in Österreich, Rumänien und Ungarn aus und gewinnt erhebliche Marktanteile in Polen und der Tschechischen Republik hinzu. 2004 Abkommen mit dem mexikanischen Getränkeabfüller Formento Economico Mexicano, SAB (FEMSA) über den alleinigen Vertrieb der stark wachsenden FEMSA-Biermarken in den USA. Übernahme der russischen Brauerei Central European Brewery Company (CEBCO), die wiederum Anteile an der russischen Shikhan Brewery und an der Volga Brewery besitzt. Heineken hat damit einen Marktanteil von 7% in Russland. Joint-Venture mit der israelischen TBI. Einführung von „La Amstelaria“ als Themenbar-Marke. 2005 Erwerb einer 40%igen Minderheitsbeteiligung am chinesischen Bierhersteller Jiangsu DaFuHao Breweries – zusammen mit der Nantong Alchod Industry Co.

Durch Übernahmen (Patra Brauerei, Baikal Beer Co. und Taranov) hat Heineken nunmehr einen Marktanteil von 15 % in Russland.

Einführung des „Heineken Premium Light Lager“ in den USA, welches leichter im Geschmack ist und weniger Kalorien und Kohlenhydrate hat. Der US-Leichtbier-Markt umfasst die Hälfte des US-Biermarkts und steigt kontinuierlich. Einführung des „Heineken DraughtKeg“ – zunächst in Frankreich und in den USA, später in den Niederlanden. Verkleinerung des Executive Board. 2006 Abkommen mit Anheuser-Busch zum Vertrieb der Marke „Bud“ in Russland über Heineken-Brauereien. Erster Nachhaltigkeitsreport von Heineken bezüglich Ressourcenverwendung, Umwelteinflüsse u.a. (für die Jahre 2002 und 2003) wird mit dem „Dutch ACC Award“ prämiert. Übernahmen über das Joint-Venture mit Asia Pacific Breweries von den Brau-Anteilen der Marke Fosters in Vietnam, der Quang Nam Brauerei in Vietnam. Zukäufe in Indien und Laos. Beteiligung an Societe de Production et de Distribution des Boissons in Tunesien. Bildung des Executive Committee:

Heineken ist bestrebt durch wenige komplexe Managementstrukturen schnellere Entscheidungsabläufe zu schaffen, die wiederum schneller im Unternehmen umzusetzen sind.

Verkauf von Brauereigebäuden und Grundstücken in Spanien für 329 Mio Euro zur Schuldentilgung und für den Bau einer Brauerei in Sevilla (Fertigstellung in 2008). Aufgabe der Brauerei Bydgoszcz (Polen). Der örtliche Brauer Grupa hat angeblich zu teuer produziert.

2007 Beteiligung an Bierkartell: Heineken und die niederländischen Brauereien Grolsch und Bavaria werden durch die Europäische Kommission zu einer Geldstrafe verurteilt.

InBev war an dem Kartell beteiligt, entgeht der Strafe jedoch durch die Kronzeugenregelung. Übernahme der tschechischen Brauerei Krusovice von der Radeberger Gruppe (Bierabsatz: 700.000 Hektoliter; 3% Marktanteil – damit jetzt insgesamt in Tschechien: 1,6 Mio Hektoliter; 8% Marktanteil). Verlängerung des 2004 vereinbarten Abkommens mit FEMSA von 3 auf 10 Jahre. Übernahme der Rochic-Brauerei in Novi Sad (Serbien), die mit den Marken MB Premium, MB Pils und Master ein Absatzvolumen von 1,5 Mio Hektolitern erzielen. Übernahme der Syabar Brewing Company in Bobruysk (Belarus).

2008 Übernahme der britischen Großbrauerei Scottish & Newcastle (S&N) zusammen mit Carlsberg für 7,8 Mtd. Pfund (10,4 Mrd Euro).

Heineken zahlt davon 45% der Kaufsumme (ca. 4,7 Mrd Euro) für die in Großbritannien, Irland, Belgien und Portugal ansässigen Unternehmensteile (damit Marktführerschaft in Großbritannien und Nummer 2-Positionen in Portugal, Irland, Finnland und Belgien sowie Beteiligungen in Indien und im US-Import-Markt. Dem Heineken-Markenportfolio hinzugefügt werden u.a. die Marken Foster’s, Kronenbourg 1664, John Smith’s, Newcastle Brown Ale, Sagres, Lapin Kulta, Maes und Beamish. Joint-Venture mit der türkischen Efes Breweries International (EBI), um in den usbekischen Biermarkt einzusteigen (Heineken: 40%; EBI 60%). Übernahme der Tango Brewery in Algerien, der rumänischen Brauerei Bere Mures, Drinks Union in Tschechien, der Rechitsa Brauerei in Süd-Ost-Belarus (?) und der traditionsreichen Schweizer Eichhof-Brauerei (für 290 Mio Schweizer Franken bzw. 184 Mio Euro; Umsatz: 309 Mio Schweizer Franken).

Erste globale interaktive Kampagne für verantwortliches Trinken („Know the Signs“).

2009 Joint-Venture mit Lion-Nathan in Österreich. Joint-Venture mit Diageo und Namibia Breweries in Südafrika („Brandhouse“-Themenbars). Verkauf von Karlsberg von BHI (Deutschland) zurück an Eigentümerfamilie Weber.

Mehrheitsbeteiligung an United Breweries Limited (UBL), dem führenden indischen Bierbrauer. Dazu kauft Heineken die Asia Pacific Breweries India und diese wird in die UBL transferiert (in 2010). Heineken tritt dem „United Nations CEO Water Mandate“ bei, welches dazu verpflichtet, sich um die Lösung von Problemen bei Wasserverfügbarkeit und –qualität zu kümmern. Heineken ist im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel erhältlich (vorher lediglich in der Szene-Gastronomie und in Getränkefachmärkten). Gründung der Heineken Africa Foundation zur Unterstützung einer verbesserten Gesundheit. Heineken hat in Spanien mittlerweile einen Marktanteil von 33%. Das Großbritannien-Geschäft wird in Heineken UK umbenannt.

2010 Übernahme der mexikanischen FEMSA für 5,6 Mrd Euro incl. Schulden.

Der Kaufpreis wird in Aktien bezahlt. FEMSA erhält so einen 20%igen Anteil an Heineken (40% ist frei handelbar und 40% gehören der Heineken-Familie). Die FEMSA-Marken sind u.a.: Dos Equis, Tecante, Tecante Light, Sol, Bohemia und Carta Blanca. Heineken stärkt damit seine Präsenz in Mexiko, Brasilien und in den USA. Mit einem Export-Anteil von 19 Millionen Hektolitern in 170 Ländern ist Heineken die am weitesten verbreitete Biermarke der Welt. In den Niederlanden hat Heineken einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. 2011 Übernahme der ehemals staatlichen Brauereien Bedele und Harar in Äthiopien. Kauf von 918 Pubs von der Royal Bank of Scotland für 422 Mio Britische Pfund. Diese werden zusammengelegt mit den 462 Pubs aus dem Kauf von S&N in 2008. Damit wird Heineken zu einem der führenden Pub- und Gaststättenbetreiber in Großbritannien.


2012 Komplette Übernahme der Asia Pacific Breweries (APB) in Singapur für 7,9 Mrd Dollar.

2013 Verkauf von Hartwall (Finnland) für 612 Millionen US-Dollar (produzierte Bier, Alkohol, Wein und alkoholfreie Getränke wie Pepsi).

2014 Feier zum 150. Geburtstag von Heineken. 

Verkauf von Empaque (mexikanisches Verpackungs-Unternehmen) für 1,23 Mrd Dollar incl. Schulden an Crown. 2015 Heineken wird beim Lions Festival in Cannes zum „Creative Marketer of the Year“ benannt. Bau einer Brauerei in Mexiko für 470 Millionen US-Dollar.